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NABU: Mehr Arten am Futterhaus als 2021, trotzdem weniger Vögel als im Durchschnitt

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 25.01.2022 / 12:20 Uhr von mz/pm
Wer bei der Stunde der Wintervögel mit Fernglas und Meldebogen dabei war, hat im Durchschnitt 35,5 Vögel gesichtet, die zu durchschnittlich 8,7 Arten gehören. Das zeigt das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“, die vom 6. bis 9. Januar stattgefunden hat. Der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV, hatten schon zum zwölften Mal zur winterlichen Vogelzählung eingeladen.

Rund 3.600 Menschen aus Sachsen-Anhalt haben mitgemacht und von über 2.000 Beobachtungspunkten wie Gärten, Parks und Balkonen über 10.000 Vögel gezählt. Deutschlandweit wurden mehr als 4,2 Millionen Vögel von über 176.000 Menschen beobachtet. „Die Zahlen freuen uns sehr – es sind die zweitbesten Teilnehmendenzahlen in der Geschichte der Aktion“, so Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer. „Nur 2021 gab es mehr Teilnehmende, was wir vor allem auf die Ausnahmesituation des ersten Corona-Lockdowns zurückführen.“ 

Die Top Ten der häufigsten Arten führt, wie so oft, der Haussperling an. Hierzulande folgen Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Zu sehen gab es bei der diesjährigen Zählung etwas mehr Vögel als 2021. Miller: „Sowohl bei der Zahl der gemeldeten Arten – plus 0,4 – als auch bei der Zahl der gemeldeten Vogel-Individuen – plus 1 – ging es leicht nach oben.“ Das liegt vor allem an den typischen Waldarten wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher, Bunt- und Mittelspecht, die sich auch in Sachsen-Anhalt vermehrt in Gärten und Parks zur Nahrungssuche eingefunden haben. Ursache dafür könnten weniger Baumfrüchte in den Wäldern als in anderen Wintern sein. 

Hingegen weniger häufig gesehen wurden deutschlandweit in diesem Jahr vor allem Arten, die sich, oft in Trupps, als Wintergäste hier aufhalten und vermutlich aufgrund der milderen Winter weniger Zugtendenzen zeigen. Dazu gehören Erlen- und Birkenzeisig, Rot-, Sing- und Wacholderdrossel. Einige dieser Arten, der Erlen- und Birkenzeisig, sowie die Wacholderdrossel haben in Sachsen-Anhalt eine Zunahme zum Vorjahr verzeichnet. Zugvögel aus dem Norden und Osten haben sich vermutlich nicht weit über Deutschland verteilt und wurden hier im ländlichen Raum häufiger als sonst beobachtet. Die Vögel kommen hauptsächlich außerhalb von Ortschaften vor. Möglicherweise haben bei dem milden Wetter auch mehr Leute auf einer Exkursion, statt vom heimischen Gartenfenster aus, Vögel gezählt und das Ergebnis lokal entsprechend beeinflusst. 

Die „Stunde der Wintervögel“ zeigt auch: Die Vogeldichte im Siedlungsraum ist nicht gleichmäßig verteilt. „In Mecklenburg-Vorpommern wurden mit 45,5 die meisten Vögel pro Garten gesichtet, gefolgt von Sachsen-Anhalt (43,4) und Brandenburg (41,3). Die wenigsten hat Hamburg mit 26,4 gemeldet“, so Miller. 

Im bundesweiten Mittel liegen die Ergebnisse unter dem Durchschnitt aller Aktionsjahre. „Wir sehen einen abnehmenden Trend: Während im ersten Jahr der Aktion 2011 noch fast 46 Vögel pro Beobachtung gezählt wurden, waren es dieses Jahr mit 35,5 durchschnittlich zehn Vögel weniger “, so Miller. „Eine Entwicklung, die wir weiter im Auge behalten werden.“ 

Naturfreundinnen und -freunde können sich schon auf die nächste Vogelzählung freuen: Sie findet vom 13. bis 15. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.

Bilder

Quelle: NABU
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