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Interview mit Bürgermeisterkandidat Frank Winter

Interview
  • Erstellt: 12.10.2023 / 09:05 Uhr von mz
Am Sonntag wird in Möser ein neuer Bürgermeister gewählt. Der Meetingpoint hat Kandidaten Frank Winter nach seinen Plänen für die Gemeinde gefragt.

Meetingpoint: Bitte beschreiben Sie sich kurz:
Frank Winter: Ich bin Frank Winter, 53 Jahre alt, lebe seit 25 Jahren in Hohenwarthe und engagiere mich seitdem ehrenamtlich in der Ortschaft und inzwischen auch in der Einheitsgemeinde Möser. In Hohenwarthe bin ich Ortsbürgermeister, in der Gemeinde Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion, Vorsitzender des Bau-, Umwelt-, und Verkehrsausschusses, sowie Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss.
Beruflich bin ich seit 1995 selbständig und in Magdeburg als Versicherungsmakler ansässig.

Warum eignen Sie sich auch in Zukunft als die beste Bürgermeisterwahl?
Mein Engagement wurde und wird in meiner Umgebung wahrgenommen, deswegen haben mich auch viele Leute direkt auf die Kandidatur angesprochen und mir ihre Unterstützung zugesagt, wenn ich meinen Hut in den Ring werfe. Ich habe die Gesamtinteressen der Einwohner im Blick, kann zuhören und unterstütze jede gute Idee. Darüber hinaus bin ich in der Lage Entscheidungen zu treffen und verfolge Ziele auch langfristig. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass man manchmal auch einen langen Atem braucht um Dinge zu einem guten Abschluss zu bringen. Durch Empathie, Zielstrebigkeit und Ausdauer fühle ich mich der Aufgabe gewachsen.

Wie wollen Sie Vereine, Feuerwehren oder aber auch die einzelnen Ortschaften der Gemeinde Möser künftig unterstützen? Worauf legen Sie für Ihre nächste Amtszeit generell den Fokus, sollten sich die Wähler erneut für Sie entscheiden.
Unsere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in allen Ortschaften leisten ehrenamtlich Großartiges, in manchen Situationen nahezu Übermenschliches. Dafür gelten ihnen mein Dank, mein Respekt und meine hohe Anerkennung. Um die komplexen Anforderungen, vor denen sie bei ihren Einsätzen stehen, meistern zu können, muss der begonnene Weg der Gemeinde Möser konsequent fortgesetzt werden. Der Risikoanalyse entsprechend würde ich mich als Gemeindebürgermeister weiter für hohe Investitionen in Fahrzeuge, Feuerwehrgerätehäuser und die Ausstattung unserer Feuerwehren einsetzen. Fördermittelanträge müssen durch die Verwaltung gestellt, finanzielle Mittel durch den Gemeinderat in den Haushalt eingestellt werden. Wer Außergewöhnliches leistet, muss auch außergewöhnlich gut ausgestattet sein.

Die örtlichen Vereine bieten für alle Altersklassen Abwechslung. Sei es die Brauchtumspflege, Handarbeit oder die vielen Sportarten, alles steht und fällt mit dem Engagement der ehrenamtlich Tätigen. Hier muss die Gemeinde so gut es geht unterstützen. Das sind beispielsweise die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die Hilfe bei der Beantragung von Genehmigungen und Fördermitteln, sowie auch die Nebenkosten im Blick zu behalten und Einsparpotenziale zu nutzen. Freizeitgestaltung darf kein Luxus werden.

Das Leben in den Ortschaften kennen die Ortschaftsräte am besten. Deswegen würde ich auch an den regelmäßigen Ortsbürgermeistertreffen in der Gemeinde festhalten. Darüber hinaus würde ich aber auch in regelmäßigen Abständen Ortschaftsratssitzungen besuchen. Hier hat man buchstäblich das Ohr an der Basis und kann kleinere Probleme viel schneller lösen.

Die Nachfrage in der Gemeinde Möser zu leben ist groß. Wie wollen Sie es schaffen, bezahlbaren Wohnraum anzubieten?
Im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten müssen wir die begonnenen und geplanten Projekte vorantreiben. Damit entstehen noch einige Baugrundstücke in den Ortschaften, auf denen sich der Traum vom Wohneigentum erfüllen lässt. Darüber hinaus dürfen wir aber auch nicht aus den Augen verlieren, dass gerade jüngere und ältere Bürger oft andere Ansprüche und Anforderungen an Wohnraum haben. Hier müssen wir überlegen, wie wir Investoren finden, die auch kleinere Einheiten zur Miete anbieten. Denn gerade von diesen Altersgruppen höre ich immer wieder, dass sie keine passenden Angebote finden. Niemand soll aus der Einheitsgemeinde wegziehen müssen, weil es keine Alternativen gibt. Eventuell kann man solche Projekte mit kleinen Förderprogrammen unterstützen. Ähnlich, wie wir es bereits in der Vergangenheit für junge Familien mit der Bau-Förderung getan haben.

Ihr Vorgänger stellt sich nicht mehr zu Wahl. Welche Ideen/Themen wollen Sie von Bernd Köppen übernehmen? Bzw. was wollen Sie anders machen?
Seine ruhige und besonnene Art hat mir immer imponiert und er war und ist auch immer greifbar für uns Räte. Das wird mir bei Bernd immer in Erinnerung bleiben. Was übernommen und was geändert werden sollte, das kann ich erst nach einer intensiven Bestandsaufnahme sagen. Fakt ist, die Kommunikation muss deutlich verbessert werden und bei Standardabläufen müssen wir insgesamt schneller werden. Dazu müssen aber viele Gespräche geführt und gemeinsame Positionen erarbeitet werden. Wir sollten insgesamt ein Klima schaffen, bei dem alle Verwaltungsangestellten, Bauhofmitarbeiter und Räte freudig an einem Strang ziehen. Es geht immer um das Gemeinwohl und da sind Offenheit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit die besten Voraussetzungen für eine gute Zukunft.

Eine neue Kinderkrippe ist in Lostau kürzlich eingeweiht worden. Sehen Sie weiteren Handlungsbedarf, neue Kitas zu schaffen?
In Hohenwarthe hat das DRK in der gleichen Woche auch gerade einen Erweiterungsbau in Betrieb genommen. Damit sind die bisherigen Provisorien Geschichte und die Kinder wieder an einem gemeinsamen Standort in der jeweiligen Ortschaft untergebracht. Das sind gute Nachrichten. Insofern dürften jetzt Kita-Plätze in ausreichender Anzahl vorhanden sein. Es gilt hier weiter auf die aktuellen Entwicklungen zu schauen und mit dem Landkreis und den Trägern im Gespräch zu bleiben.

Wo sehen Sie die größten Stärken und aber auch Probleme in Möser?
Insgesamt sind wir gut aufgestellt. Entgegen aller Prognosen haben wir eine stabile Einwohnerzahl und sind begehrtes Wohn- und Ausflugsgebiet. Neben der schönen Lage, der Natur und den vorhandenen Verkehrsanbindungen sind vor allem die Bürgerinnen und Bürger unsere größte Stärke, sie engagieren sich und machen die Gemeinde lebens- und liebenswert. Auch von Besuchern höre ich immer wieder, wie ordentlich es in unserer Gemeinde ist und wie viel hier auf die Beine gestellt wird. Das ist gerade auch unseren Bauhofmitarbeitern und den Anwohnern zu verdanken, die sich hier einbringen.

Statt von Problemen zu reden, spreche ich lieber von Aufgaben. Diese Aufgaben liegen beispielsweise bei der Mitarbeitergewinnung, der Ansiedlung von zur Gemeinde passenden Betrieben und damit der Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Das sehe ich gerade auch beim Thema Feuerwehr als ganz wichtig an. Wer in der Gemeinde arbeitet, der kann auch im Einsatzfall vor Ort helfen. Darüber hinaus müssen wir am Thema Radwegeverbindungen dranbleiben. Das gilt für die Ortschaften untereinander und zu den angrenzenden Gemeinden.

Bitte beenden Sie den Gedanken: Sollte ich die Amtszeit in Möser antreten können, wird das Leben in Möser in 7 Jahren folgende Vorteile dazugewonnen haben:
...wir werden digitaler und schneller sein. Kein Anruf wird mehr unbeantwortet bleiben. Wir werden mehr mit, als übereinander reden.

Bilder

Bildquelle: Frank Winter
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