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Psychische Belastung! Genthiner Feuerwehr muss Einsätze verarbeiten

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 26.01.2022 / 18:00 Uhr von mz/pm
Michael Voth von der Feuerwehr Genthin teilt mit: Zu einem schweren Verkehrsunfall mit Brandfolge wurden am Dienstagabend, gegen 20:25 Uhr, die Ortswehren Genthin und Altenplathow zusammen mit der Polizei und dem Rettungsdienst alarmiert.

Auf der Kreisstraße zwischen Genthin und Nielebock war ein PKW mit zwei Insassen von der Straße abgekommen und mit mehreren Bäumen kollidiert. Den Einsatzkräften vor Ort bot sich ein Bild der Zerstörung. Die Wucht des Frontalaufpralls war dabei so groß, dass ein Straßenbaum mit einem Stammdurchmesser von 60 cm am Wurzelstock abbrach. Im weiteren Verlauf kollidierte der PKW mit der Beifahrerseite mit einer weiteren Baumgruppe im Straßengraben. Beide Personen waren in der völlig deformierten Fahrgastzelle schwer eingeklemmt. Trümmerteile säumten die Straße und den angrenzenden Wald. Im Motorraum hatten sich auslaufende Betriebsstoffe entzündet. 

Der Besatzung eines ersteintreffenden Streifenwagens der Polizei gelang es das Feuer mit einem Feuerlöscher zu löschen. Die Feuerwehr kümmerte sich zusammen mit dem Rettungsdienst um die Rettung der Eingeklemmten. In einer knapp 10 minütigen Sofortrettung konnte der schwerverletzte Fahrer aus dem PKW befreit und zur weiteren notfallmedizinischen Behandlung an den Rettungsdienst übergeben werden. Für den 26 jährigen Beifahrer kam leider jede Hilfe zu spät, er verstarb noch an der Einsatzstelle. Für die Bergung des Leichnams kam ebenfalls schweres hydraulisches Rettungsgerät zum Einsatz. 

Nachdem die Rettung abgeschlossen war, unterstützten die Einsatzkräfte die Polizei und den bestellten Unfallgutachter bei der Unfallaufnahme durch das Ausleuchten der Einsatzstelle. Dunkelheit, unwegsames Gelände um den verunfallten PKW und eine nasskalte Witterung erschwerten den Einsatz der Rettungskräfte zusätzlich. Anspruchsvoll gestaltete sich auch die Notfällung von zwei geschädigten Bäumen im Straßengraben, da diese in die neben der Straße verlaufende 20 kV Freileitung zu stürzen drohten. Dazu wurde die Freileitung im Vorfeld durch den Bereitschaftsdienst des Energieversorgers freigeschaltet. Neben der Motorkettensäge kam hier auch ein schwerer Handseilzug zum Einsatz. 

Nachdem die Unfallaufnahme abgeschlossen und das Fahrzeug durch den Abschleppdienst geborgen war, konnten die Einsatzkräfte schließlich gegen 02:15 Uhr den Weg zurück ins Gerätehaus antreten. Dieser Einsatz reiht sich ein in eine Serie von schweren Unfällen, welche die Genthiner Einsatzkräfte im letzten Oktober beschäftigten.

Schwere Verkehrsunfälle sind für die eingesetzten Einsatzkräfte nicht nur physisch sondern vor allem auch psychisch belastend. Aus diesem Grund steht allen Einsatzkräften eine Psychosoziale Nachsorge im Kreise der Feuerwehr oder auch mit einem Kriseninterventionsdienst zur Verfügung, um das Erlebte verarbeiten zu können. 

Bereits um 08:50 Uhr am Mittwochmorgen wurden die Genthiner Einsatzkräfte zu ihrem nächsten Einsatz alarmiert. Im Chemiepark hatte die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst. Hier handelte es sich jedoch um einen Fehlalarm, sodass die 11 Kameraden schnell wieder abrücken konnten. Die Einsatzstatistik zählt damit für dieses Jahr bereits 17 Einsätze.

Bilder

Foto: Michael Voth
Foto: Michael Voth
Foto: Michael Voth
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