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Weniger Handwerksbetriebe! Handwerkskammer: „Selbständigkeit muss wieder attraktiver werden“

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 25.01.2022 / 09:03 Uhr von mz/pm
Die Zahl der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Magdeburg geht weiter zurück. Zum Jahresende 2021 waren 11.649 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen, das sind 226 bzw. 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilte eine Sprecherin der Handwerkskammer Magdeburg mit.

Einen besonders starken Rückgang gibt es beispielsweise in den Lebensmittelhandwerken (Fleischer -28 % seit 2011; Bäcker -29 % seit 2011). Einen Zuwachs verzeichnet die Gesundheitshandwerke (Augenoptiker +14 % seit 2011; Hörakustiker +14 % seit 2011). 

„Das ist der niedrigste Stand seit 1996 (11.688 Betriebe). Vor 20 Jahren waren es 12.560 Betriebe, nach der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 erreichte die Zahl im Jahr 2008 mit 14.577 einen Höchststand. Seitdem verzeichnen wir einen kontinuierlichen Rückgang“, sagte heute Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. 

Dieser Rückgang ist zum einen durch die demografische Entwicklung zu begründen, zum anderen aber auch durch den Rückzug von Unternehmensinhabern, deren Chancen sich auf dem Arbeitsmarkt verbessert haben – nach 2004 machten sich viele Inhaber ohne Meisterqualifikation in Form einer „Ich-AG“ selbständig. Hinzu kommt, dass die Altersgruppe der potenziellen Gründer, meist zwischen 25 und 35 Jahren, in Sachsen-Anhalt vergleichsweise klein ist. 

„Angesichts der anstehenden Zukunftsaufgaben ist der Rückgang der Betriebszahlen fatal, denn die ambitionierten politischen Ziele im Bereich der digitalen und der ökologischen Transformation, wie die energetische Gebäudesanierung, mehr smarte Gebäudesteuerung oder der Ausbau der Elektromobilität, lassen sich nur mit einer ausreichenden Zahl von Handwerksbetrieben umsetzen. Selbständigkeit im Handwerk muss wieder attraktiver werden. Bürokratie, Lohnnebenkosten, Steuern und Abgaben dürfen nicht weiter ansteigen. 

Die vorhandenen Instrumente des Landes Sachsen-Anhalt, wie die Berufsorientierung (bald auch an Gymnasien), das Azubiticket oder auch die Meistergründungsprämie helfen, die Attraktivität der beruflichen Bildung deutlich zu machen und unterstützen junge Gründer und Nachfolger beim Einstieg. Wir müssen diese Instrumente verstätigen und weiter verbessern“, so Burghard Grupe.

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Quelle: Handwerkskammer Magdeburg
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