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Pläne, Ziele und Herausforderungen in 2022: Interview mit Gommern Bürgermeister Jens Hünerbein

Interview
  • Erstellt: 02.01.2022 / 07:01 Uhr von mz
Das neue Jahr hat begonnen und es steht im Jerichower Land wieder so einiges an. So auch in der Gemeinde Gommern. Wir haben mit Bürgermeister Jens Hünerbein über die Pläne für 2022 gesprochen und auf 2021 zurückgeblickt:

Meetingpoint JL: Was waren aus Ihrer Sicht die drei besten Ereignisse für die Stadt in 2021 und warum?
Die Einweihung des Radweges von Pöthen nach Nedlitz war ein bedeutendes Ereignis des Jahres. Somit ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und wir konnten unser Radwegenetz weiter komplettieren.

Ein weiteres schönes Ereignis war die Durchführung unseres Streeday im Rahmen des Gommeraner Schulzentrum. Viele Kinder konnten an den unterschiedlichsten Stationen viel Wissenswertes mitnehmen. Große Unterstützung hierbei erfuhren wir durch Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr.

Und zum Dritten ist festzuhalten, dass wir ca. 90 % all unserer städtischen Vorhaben, ob nun groß oder klein, umsetzen bzw. beauftragen konnten und somit in all unseren Ortschaften Neues Geschaffen oder bestehendes erhalten haben.

Meetingpoint JL: Was waren die drei größten Herausforderungen?
Unstreitig ist nach wie vor die größte Herausforderung der Umgang mit der Corona-Pandemie. Die sich ständig ändernden Regelungen umzusetzen oder Geplantes wieder abzusagen. Zumindest in der Sommerzeit konnten einige geplante Veranstaltungen stattfinden, doch ein Großteil des Jahres war durch Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben gekennzeichnet.

Eine weitere Herausforderung stellt die nach wie vor anhaltende Baupreisentwicklung dar. Was vor einem Jahr finanziell geplant wurde, ist dann zum Zeitpunkt der Realisierung deutlich teurer geworden. Dies auszugleichen und dabei nicht andere Projekt zu gefährden, ist schon sehr herausfordernd.

Die dritte interessante Herausforderung war die Stellungnahme zur Trassenführung der Ortsumgehung B 184 Wahlitz-Menz-Königsborn. Hier galt es die verschiedensten, auch gegenläufigen Interessen zu berücksichtigen und eine Kompromisslösung für die Mehrheit der Betroffenen zu finden.

Meetingpoint JL: Welche Ziele gibt es für die Stadt 2022? Wo, wird was investiert?
Das oberste Ziel ist es nach wie vor gut durch die Pandemie zu kommen. Derzeit stehen die Zeichen gut, dass wir nach vielen Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können. Eine strenge Haushaltsdisziplin, gesenkte Kreisumlage und steigende Zuweisungen ermöglichen dies. Es bleibt zu hoffen, dass dies keine Eintagsfliege bleibt.

Auch die Investitionsliste kann sich sehen lassen. So wollen wir ein Ersatzgebäude für unseren Bauhof finden und erwerben, es soll die Auslieferung eines Rüstwagen für die Feuerwehr erfolgen, wir wollen zwei Radwege bauen, einen Lückenschluss im landwirtschaftlichen Wegesystem vornehmen und die Zufahrt zum Schloss Dornburg soll saniert werden. Insgesamt sollen über 3,1 Mio. investiert werden. Vieles steht davon unter dem Vorbehalt der Gewährung von Fördermitteln. Dies ist nicht nur finanziell eine Herausforderung, sondern auch personell.

Meetingpoint JL: Was möchten Sie 2022 unbedingt für Ihre Stadt in Angriff nehmen? Was hat Priorität?
Wichtig ist mir, dass wir unbedingt in 2022 das gesellschaftliche Leben wieder hochfahren. Ich wünsche mir, dass wir dann im dritten Anlauf das MDR-Frühlingserwachen durchführen können. Sofern uns die Fördermöglichkeiten eröffnet werden, wollen wir zwei wichtige Radwegeprojekte angehen. Zum einen soll der Klusradweg in Wahlitz und zum anderen der Radweg nach Vogelsang ertüchtigt werden. Sofern uns dies gelingt, haben wir einen deutlichen Schritt in Sachen Radmobilität nach vorn gemacht.

Meetingpoint JL: Welcher war Ihr Lieblingsaugenblick 2021 und warum?
DEN Lieblingsaugenblick 2021 gab es so nicht, es waren eher mehrere Augenblicke die ich genossen habe, wie den gemeinsamen Familienurlaub, gut gelaufene Veranstaltungen, einstimmige Beschlussfassung im Stadtrat zur Entlastung des Bürgermeisters J, ein kleines Weihnachtsständchen der Grundschüler vor dem Rathaus und sicher noch der eine oder andere mehr.

Meetingpoint JL: Inwiefern hatte Corona für Ihre Stadt Auswirkungen, und für die Bürger der Stadt? Welche Herausforderungen mussten Sie meistern?

Natürlich hat Corona auch erhebliche Auswirkungen auf die Stadt und insbesondere für die Bürger. Nach dem sich die Infektionslage im Frühsommer etwas entspannte, konnte der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden, die Bürgerhäuser konnten wieder genutzt werden und etliche Beschränkungen konnten aufgehoben werden, nunmehr nehmen wir wieder diese Öffnungsschritte zurück. Das Impfen und damit verbundene Organisation, gerade im Frühjahr für die reifere Bevölkerung, war sehr herausfordernd. Aber am meisten haben unsere Kitas und Schulen zu organisieren. Ständig änderten sich hier die Regelungen, eine Menge an Informationen mussten in Kürze an die Eltern transportiert werden. Die erforderlichen Testungen waren und sind sehr aufwendig zu organisieren.

Meetingpoint-JL: Wie werden Sie künftig mit der Corona-Pandemie in Ihrer Gemeinde umgehen? (Gibt es Änderungen in der Verwaltung, mehr Kontrollen in Betrieben, Unterstützung von Unternehmern etc.?)

Auch künftig werden wir entsprechend der geltenden Maßnahmen reagieren. Änderungen in der Verwaltung sind nicht vorgesehen und sowie sich die Lage wieder entspannt, werden wir unsere Verwaltung wieder normal öffnen. Sicher wird es insbesondere im Einwohnermeldeamt bei den Terminen noch zu Verzögerungen kommen. Für die etwaigen Kontrollen liegt die Zuständigkeit beim Landkreis. Sofern Bürger oder Unternehmen Hilfe benötigen, werden wir, wie gehabt, natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.

Zum Abschluss wünsche ich den Leserinnen und Lesern des Meetingpoint-JL: Das Neue Jahr mit neuen Herausforderungen aber auch Zielen, soll für jeden erfolgreich und gesund verlaufen.

Bilder

Bürgermeister der Einheitsgemeinde Gommern, Jens Hünerbein: Foto:privat
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