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Der Meetingpoint Feuerwehrcheck: Heute, die Feuerwehr Körbelitz

Interview
  • Erstellt: 20.11.2021 / 08:00 Uhr von aw
Wenige Einsätze ist die Feuerwehr Körbelitz dieses Jahr gefahren und die 125-Jahr Feier wurde verschoben. Wie die Zukunft aussieht, wie die Feuerwehr das Dorf zusammenbringt und was es Neues gibt berichtete uns Ortswehrleiter Michael Klug im Interview.

Meeting Point JL: Seit wann besteht die Feuerwehr in Körbelitz und wie viele Mitglieder inkl. aller Abteilung hat sie zur Zeit?
Michael Klug: „1895 wurden wir gegründet, das sind genau 126 Jahre, die wir hier am Markt erfolgreich vertreten sind. Durch die Pandemie konnten wir die 125 leider nicht so feiern wie wir wollten, aber das holen wir noch nach mit einer 125+1 oder +2 Feier. Dann sind wir 22 aktive Feuerwehrmitglieder und 26 passive. Wir haben zur Zeit keine Jugendfeuerwehr, da ist der Faden abgerissen. Aber wir versuchen das in Zukunft in Angriff zu nehmen. Vielleicht haben die Jugendlichen gerade andere Prioritäten. Wer dennoch Lust auf Feuerwehr hat kann sich gerne melden!“

Meeting Point JL: Wie viele Einsätze gab es dieses Jahr schon und gab es für sie durch Corona vergleichbar mehr oder weniger Einsätze?
Michael Klug: „Dieses Jahr sind wir nicht mehr als 5 Einsätze gefahren. Wobei jeder Einsatz, den wir nicht fahren ein guter Einsatz ist. Das ist relativ unter dem Durchschnitt, es gab auch schon 20 im Jahr. Durchschnittlich sind wir bei 10-12, was daran liegt vielleicht, dass die Bürgerinnen und Bürger vorsichtiger im Brandschutz geworden sind. Vor allem die Menschen in Körbelitz haben einen erfolgreichen Brandschutz, da muss ich sie echt loben. Wir sind nur bei den Einsätzen der Gemeindefeuerwehr mitgefahren und eben nicht bei uns im eigenen Ort.“

Meeting Point JL: Gab es in ihrer Laufbahn Einsätze oder Situationen, die ihnen ganz besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Michael Klug: „Was in den letzten Jahren mehr geworden ist sind Technische Hilfeleitungen und nur noch wenige Hausbrände. Vor zwei Jahren gab es einen schweren Autounfall mit Menschenopfern, dass verlangt schon viel ab von den Kameraden. Da haben wir aber die Möglichkeit auf Notfallseelsorge und Rundengespräche zurückzugreifen und sind immer dran, dass das alle gut verarbeiten. Vor langer Zeit ist auch ein Kamerad bei einer Dienstfahrt umgekommen. Solche Sachen vergisst man nicht.“

Meeting Point JL: Hat ihre Wache bestimmte Traditionen oder Veranstaltungen, die sie für gewöhnlich durchführen oder die dieses Jahr noch anstehen?
Michael Klug: „Feuer anmachen können wir schlecht, aber wir veranstalten das Osterfeuer und helfen beim Maibaumaufstellen und Weihnachtsbaumaufstellen, da wo menpower gebraucht wird. Wenn es die Zeit erlaubt organisieren wir auch einen kleinen Weihnachtsabend mit Glühwein und Co. Vor allem ist mir da der Schnack mit den Ortsbewohnern wichtig. Bei Feuertonne und Glühwein treffen sich dann alle und sind beisammen. Hoffentlich wird das dieses Jahr wieder was, denn man sieht sich einfach zu selten. Aber da kann sich von den Zahlen her ja noch einiges ändern. Wir verlieren aber die Hoffnung nicht.“

Meeting Point JL: Seit wann sind sie ganz persönlich in der Feuerwehr aktiv und wieso?
Michael Klug: „Ich bin 1995 eingetreten, da war ich 25 Jahre. Ich bin damals nach Körbelitz gezogen und von den anderen Kameraden angeworben worden. Ich bin eigentlich ein Quereinsteiger. Und dann bin aus der Überzeugung Menschenleben zu retten bis heute sehr erfolgreich dabeigeblieben.“

Meeting Point JL: Können sie den Menschen im JL einen Tipp geben, damit sie besonders in den kalten Monaten weniger Gefahren ausgesetzt sind?
Michael Klug: „Wir haben im Winter ehrlich gesagt keine besonderen Einsätze. Da kann ich wenig Tipps zu geben. Wenn alle ihren gesunden Menschenverstand benutzen, dann kann da wenig schiefgehen. Es wollen schließlich alle gesund werden und bleiben.“

Meeting Point JL: Haben sie denn noch einen Wunsch für die Feuerwehr und die Zukunft? Michael Klug: „Wir haben jetzt 10 Jahr gekämpft, dass das Gerätehaus in Stand gesetzt wird. Da haben wir geschafft, dass die Mängel behoben werden. Dafür wünsche ich mir, dass das so wird wie erhofft und auch nicht teurer. Dann haben die Kameraden endlich neue Umkleiden mit Schwarz/Weißbereich, wir alle ein ordentliches Gerätehaus und noch einen dritten Stellplatz. Das ist fast eine Komplettsanierung, aber dieser Wunsch hat sich schon erfüllt. Ansonsten wäre eine anderen Art der Wertschätzung der Feuerwehr gegenüber wünschenswert. Es ist schließlich kein Beruf, sondern Ehrenamt. Vielleicht könnten wir anstelle der kleinen Aufwandsentschädigung ein paar Rentenpunkte dazu bekommen. Das wäre sicher für einige eine Motivation bei uns mitzumachen und sich zu engagieren.“

Bilder

Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat
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