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Psychische Erkrankungen lösen Erkältungswelle ab

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 21.07.2026 / 14:05 Uhr von ub/pm
Gute Nachrichten für die Wirtschaft, der Krankenstand in Deutschland ist in der ersten Jahreshälfte 2026 leicht zurückgegangen. Doch der Teufel steckt im Detail. Während klassische Erkältungen drastisch sanken, verzeichnen Krankenkassen einen besorgniserregenden Höchststand bei Seelenleiden.
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Die Krankheitswelle in den deutschen Unternehmen flacht etwas ab. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Krankenstand bei 5,3 Prozent und sank damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozentpunkte (erstes Halbjahr 2025: 5,4 Prozent). Das zeigt eine aktuelle Auswertung des IGES Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit, für die Daten von rund 2,2 Millionen erwerbstätigen Versicherten analysiert wurden. Umgerechnet auf den Arbeitsalltag bedeutet das: Von Januar bis Juni waren im Durchschnitt an jedem Tag 53 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben.

Atemwege atmen auf, Psyche schlägt Alarm
Der leichte Rückgang ist vor allem auf eine deutliche Entlastung bei den Infektionskrankheiten zurückzuführen. Die Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen brachen im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent ein. Damit verloren Erkältung und Co. ihren Spitzenplatz als häufigste Ursache für Arbeitsausfälle.

Diesen Platz nehmen nun psychische Erkrankungen ein. Die Fehltage wegen mentaler Probleme stiegen im ersten Halbjahr 2026 um neun Prozent an. Damit sind psychische Diagnosen ab sofort der Hauptgrund für das Fehlen am Arbeitsplatz. Auf dem dritten Platz rangieren weiterhin unverändert die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, wie etwa Rückenleiden.

Junge Beschäftigte seltener krank – Ältere länger im Bett
Besonders bei den jüngeren Arbeitnehmern unter 55 Jahren zeigt der Trend nach unten. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Altersgruppen der 15- bis 19-Jährigen sowie der 20- bis 24-Jährigen, bei denen der Krankenstand jeweils um 0,3 Prozentpunkte sank.

Ganz anders sieht es hingegen bei den über 60-Jährigen aus. Gegen den allgemeinen Trend stieg der Krankenstand hier um 0,3 Prozentpunkte. Die Daten zeigen in dieser Altersgruppe zwar eine geringere Anzahl an einzelnen Krankschreibungen, wer sich jedoch krankmeldete, blieb deutlich länger zu Hause. Das schlägt sich auch in der allgemeinen Statistik nieder, die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung erhöhte sich leicht von 9,5 Tagen im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 9,7 Tage.

DAK-Chef fordert Reformen und Teilkrankschreibung
„Der leichte Rückgang beim Krankenstand ist erfreulich“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, die Ergebnisse. Dennoch sieht er dringenden Handlungsbedarf, insbesondere wegen der vielen Fehltage durch Langzeiterkrankungen.

Storm begrüßte in diesem Zusammenhang den Start der neuen Präventionsoffensive für eine gesunde Arbeitswelt durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Als weiteres wirksames Instrument zur nachhaltigen Senkung der Fehlzeiten sieht der Krankenkassen-Chef die geplanten Modelle zur Einführung einer Teilkrankschreibung. So könne der Wiedereinstieg in den Beruf flexibler und schonender gestaltet werden.

Bilder

Grafik: DAK
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