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Handwerk ohne Impulse – Lage stabil, aber ohne Wachstumsperspektive

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.05.2026 / 13:05 Uhr von ub/pm
Die wirtschaftliche Lage im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg zeigt sich im Frühjahr 2026 stabil, jedoch weiterhin ohne konjunkturelle Dynamik. Eine nachhaltige Belebung bleibt aus. Mit rund 80 Punkten liegt der Geschäftsklimaindikator auf dem Niveau des Vorjahres. Die Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage mehrheitlich als stabil, die Erwartungen bleiben jedoch verhalten. Das ist das Ergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage, die die Handwerkskammer heute in Magdeburg vorstellte.


„Die aktuellen Zahlen zeigen ein klares Bild: Das Handwerk ist stabil – aber ohne Wachstumsperspektive“, erklärte Präsident Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg. „Die Betriebe arbeiten – aber sie wachsen nicht. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und fehlende wirtschaftspolitische Impulse bremsen die Entwicklung.“

Die Auftragslage bleibt durchwachsen. Während 15 Prozent der Betriebe steigende Auftragseingänge melden, berichten 26 Prozent von Rückgängen. Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt bei rund acht Wochen und damit unter dem Vorjahresniveau.

Auch die Umsatzentwicklung bleibt verhalten. Nur rund jeder zehnte Betrieb konnte zuletzt Umsatzzuwächse erzielen, während ein erheblicher Teil Rückgänge verzeichnet. Die Investitionsbereitschaft bleibt entsprechend niedrig – lediglich 12 Prozent der Betriebe haben ihre Investitionen ausgeweitet.

„Die Unsicherheit ist weiterhin hoch. Viele Betriebe agieren vorsichtig und verschieben Investitionen“, so Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe. „Wenn nur ein kleiner Teil der Betriebe investiert, zeigt das deutlich: Es fehlt an Planungssicherheit und verlässlichen Rahmenbedingungen.“

Die Kostenbelastung bleibt hoch. 77 Prozent der Betriebe berichten von steigenden Einkaufspreisen. Insbesondere die Entwicklung der Energie- und Kraftstoffpreise verstärkt den Druck zusätzlich.

„Für das Handwerk ist der Spritpreis kein Randthema, sondern ein zentraler Kostenfaktor“, betonte Dieckmann. „Gerade im ländlichen Raum sind unsere Betriebe auf funktionierende Mobilität angewiesen. Steigende Energie- und Kraftstoffpreise treffen sie unmittelbar im operativen Geschäft.“

Vor diesem Hintergrund fordert die Handwerkskammer Magdeburg spürbare Entlastungen bei Energie- und Lohnnebenkosten sowie einen konsequenten Abbau bürokratischer Belastungen. „Die richtigen Themen sind politisch adressiert – entscheidend ist jetzt die Umsetzung“, so Grupe. „Das Handwerk ist bereit – jetzt müssen die Rahmenbedingungen Schritt halten.“

Bilder

Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg. Foto: Handwerkskammer
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