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Stadtkulturhaus Genthin: Vom „Lichtblick“ zum Stillstand – Investor und Stadt in der Zwickmühle

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 27.02.2026 / 17:11 Uhr von rp
Genthin – Bewegung in der festgefahrenen Causa Stadtkulturhaus: Nach der jüngsten Kritik am Verkaufsstillstand haben sowohl die Eigentümerin (Inprotec GmbH) als auch die Stadtverwaltung Genthin auf die aktuelle Situation reagiert. Während hinter den Kulissen an Lösungen gearbeitet wird, offenbart ein Blick in die Vergangenheit, wie weit die Erwartungen und die Realität auseinanderklaffen.


Der Stillstand um das Stadtkulturhaus ist in Genthin zu einem Symbol der Lähmung geworden. Nach der jüngsten Kritik der QSG-Geschäftsführerin Elisa Heinke, die die Forderungen der Inprotec/DII-Gruppe als „unannehmbar“ bezeichnete, scheint der Deal kurz vor dem Aus zu stehen. Doch wie konnte es so weit kommen?

Rückblick: Als der Optimismus noch groß war
Ein Blick zurück ins Jahr 2021 zeigt eine völlig andere Dynamik. Damals, nur wenige Monate nach der Schließung, gab es konkrete Signale der Inprotec AG. Der damalige Betriebsleiter Oliver Hesse hatte sich öffentlich als Hoffnungsträger positioniert. Die Inprotec sei „gerne bereit“, das Stadtkulturhaus den Genthinern zurückzugeben.

Hesse betonte 2021, man wolle keine Spekulation mit dem Gebäude betreiben. Er stellte damals in Aussicht, das Haus zu den damaligen Selbstkosten abzugeben. Die Summe für die Übergabe, lag laut Hesse „bei weitem unter 100.000 Euro“. In einem Nachbericht mit dem damaligen Geschäftsführer der QSG, Lars Bonitz, kam dann heraus, dass man in Wahrheit sogar von einer Summe um die 50.000 Euro spreche. Das damalige Ziel der Inpotec war, alle Parteien, Stadt, QSG und Vereine, an einen Tisch zu holen und symbolisch den Schlüssel übergeben. Von „unannehmbaren Bedingungen“ war damals keine Spur, der Geist der Verhandlungen war auf konstruktive Einigung ausgerichtet.

Die aktuelle Lage: Chemiepark als „Schnittstelle“
Dass dieser Optimismus heute verflogen ist, unterstreicht die aktuelle Antwort der Inprotec/DII-Gruppe auf unsere Anfrage. Anstatt von einer schnellen Schlüsselübergabe zu sprechen, verweist das Unternehmen nun auf laufende Anwaltsgespräche und „strategische Assets“.

Gleichzeitig erhält die Debatte durch eine Äußerung von Bürgermeisterin Dagmar Turian eine neue, unerwartete Wendung. Auf unsere Anfrage zur Zukunft des Hauses bezeichnete sie das Thema als „sensibel“ und verwies auf eine direkte Kopplung an die Entwicklung des Chemieparks.

Diese „Schnittstellen“ zur Chemiepark-Entwicklung, so die Bürgermeisterin, müssten sorgsam abgewogen werden. Damit deutet die Stadtspitze an, dass es längst nicht mehr nur um das Kulturhaus selbst geht, sondern dieses womöglich als Hebel oder Verhandlungsmasse in einem weitaus größeren wirtschaftspolitischen Kontext fungiert.

Entscheidung in den Gremien steht bevor
Die Bürgermeisterin bat um Verständnis, dass sie derzeit keine abschließende Rückmeldung geben könne. Sie kündigte jedoch an, die „Gesamtproblematik“ in der kommenden Woche mit den Gremien des Stadtrates zu besprechen. Da sie und die aktuellen Stadträte nicht von Anfang an in den Prozess eingebunden waren, sei eine Abstimmung unerlässlich.

Was bedeutet das für Genthin?
Die kommenden Tage sind richtungsweisend für das kulturelle Erbe der Stadt:

Der Investor verhandelt mit der QSG und hat ein Update bis Ende nächster Woche versprochen.

Die Stadtverwaltung berät nun hinter verschlossenen Türen über die strategische Gesamtlinie, bei der das Stadtkulturhaus eng mit dem Chemiepark verknüpft ist.

Für die Genthiner Bürger bleibt die Frage: Führt das Gespräch zum ersehnten Durchbruch für das Stadtkulturhaus oder bleibt es bei einer Hinhaltetaktik, die den Geist der 2021-Versprechen endgültig begräbt? Die Verbindung von kulturellem Erbe und industrieller Entwicklung scheint die Hürde zu sein, an der sich entscheidet, ob das Kulturhaus jemals wieder seine Türen öffnet.

Wir werden das Thema engmaschig weiter verfolgen und informieren über die Ergebnisse, sobald die Beratungen des Stadtrates und die Verhandlungen zwischen Inprotec und QSG abgeschlossen sind.

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Kommentare

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    Leser 3 schrieb um 12:23 Uhr am 01.03.2026:
    Würde die QSG doch noch den Verkauf vom Stadtkulturhaus über die Bühne bekommen, hoffe ich das unsere Herrschaften vom Stadtrat und unsere tolle Bürgermeisterin sich nicht wieder von Frau Heinke und Frau Golz überreden lassen, eine bestimmte Summe für die Nutzung oder Sonstiges zu bezahlen. Den Umbau und die Erhaltung sollte dann bitte die QSG alleine tragen. Und warum braucht jemand dieses Gebäude noch, die Vereine haben es doch jetzt auch gut gelöst und ihre Veranstaltungen schon seit der Schließung des Gebäudes über die Bühne gebracht. Und ich bin der Meinung die Genthiner haben mit diesem Thema auch abgeschlossen.
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      Unbekannter schrieb um 23:06 Uhr am 27.02.2026:
      Das schlimme an der ganzen Sache ist, das die Bürger nicht ordentlich informiert werden. Liebe Frau Turian jetzt ist es leider zu spät uns Bürger darüber aufzuklären. Wieder mal haben sie die ganze Angelegenheit verschlafen. Und zum Glück wurde der Kauf damals verhindert, sonst hätten wir das Millionen Grab am Bein. Und ich erinnere an 2024 was uns Frau Heinke damals alles versprochen hatte, und nie hat sie es geschafft umzusetzen. Alles nur Floskeln. Und die Bürger sind wieder die dummen. Ach ja die gute Frau Golz und ihr Touristen Verein war ja auch mit daran beteiligt. Ich hoffe nur das die Stadt Genthin nie wieder in diesem dubiosen Tourismus Verein eintritt. Was mich hier auch wundert, das keine einzige Person aus dem Stadtrat hier seine Meinung zu diesem Thema äußert.
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        Leser schrieb um 20:26 Uhr am 27.02.2026:
        Das ist halt das Erbe der Politik eines einzelnen Herren und seiner Steigbügelhalter. Das schlimme ist nur einige von denen sitzen immer noch im Stadtrat und sind sich keiner Schuld bewusst.