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Aus Magdeburgerforth nach Togo - zum Einsatz

Leserbriefe
  • Erstellt: 03.02.2026 / 14:05 Uhr von ub/pm
So manches Mal wird der eine oder andere Ruheständler aufgrund von Personalknappheit wieder zurück in das Teilzeitarbeitsleben gerufen. So ähnlich ergeht es auch dem Museumsfahrzeug des Vereins Bergwerk Robertshall e.V., mit Sitz in Magdeburgerforth, der neben technischen Sammlungen auch Auto-Oldtimer unterhält. 
Rolf Weiß hat uns dazu folgenden Leserbrief geschrieben:


Im Jahr 2021 gelangte dieses historische Feuerwehrfahrzeug, Baujahr 1990, aus Schwäbisch Gmünd nach Magdeburgerforth, um die dortige Museumsfahrzeugsammlung zu ergänzen. Nach 31 Jahren war dieses Fahrzeug für den deutschen Feuerwehrbetrieb nur noch bedingt geeignet und wurde damals durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Für den Verein gut, denn das Fahrzeug war lediglich 35.000 Kilometer gefahren und somit technisch fast noch im Neuzustand. Diese Fahrzeuge sind durchaus für eine Million Kilometer und mehr gebaut.

Der Verein setzte das Fahrzeug öfter für Oldtimer-Treffen ein, aber man stellte fest, dass dieses Fahrzeug vom Design her eigentlich zu neu ist. Viele Feuerwehren fahren dieses Fahrzeug noch täglich, oder erhalten sogar sehr ähnliche Fahrzeuge als Zweitbesitzer aus den Beständen anderer Feuerwehren als Ersatz. Aus diesem Grund wurde das Fahrzeug als Oldtimer trotz des guten Zustandes und des Alters von mittlerweile immerhin 36 Jahren nicht wirklich wahrgenommen.

Nun fragte eine Firma aus Togo an, ob sie dieses Fahrzeug käuflich erwerben könne. Dort sind diese alten analogen Fahrzeuge sehr gefragt und werden sehr teuer gehandelt. Neuere Fahrzeuge, wie zum Beispiel Mercedes Atego, enthalten bereits sehr viel Elektronik, die man dort in Togo kaum warten und instand halten kann. Zumal die Ersatzteile sehr teuer sind. - Diesen alten Mercedes Saugdiesel mit Sechszylinder-Motor jedoch kann man mit dortigen Fachkenntnissen und Mitteln jederzeit wieder instandsetzen. Aus diesem Grund sind die Fahrzeuge dort unbezahlbar.

Am Samstag, den 31. Januar, wurde das Fahrzeug nun für die große Reise nach Afrika abgeholt. Es geht über Hannover nach Hamburg, wird dort am 6. Februar verschifft und wird etwa Ende Februar im Hafen in Lomé in Togo ankommen. Dort erhält das Fahrzeug eine neue Lackierung, eine andere Blaulichtanlage, einen 600-Liter-Tank und auch ansonsten die dort erforderliche technische Ausstattung für die Feuerwehr, sodass das Fahrzeug in ein ganz neues, zweites Leben eintauchen und auch dort wieder Menschenleben retten kann.

Wir wünschen diesem Fahrzeug alles Gute und freuen uns, dass wir dazu einen Beitrag leisten konnten.
Von dem Verkaufserlös wollen wir den vereinseigenen Ford A, BJ 1930, wieder fahrbereit herrichten.

Rolf Weiß
Bergwerk Robertshall e.V.

Bilder

Dieses Feuerwehrfahrzeug befindet sich derzeit auf der Reise nach Togo. Foto: Verein
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