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Der Landtag von Sachsen-Anhalt trauert um seinen ersten Präsidenten Dr. Klaus Keitel

Politik
  • Erstellt: 08.01.2026 / 10:02 Uhr von rt/pm
Der Landtag von Sachsen-Anhalt trauert um seinen ersten Präsidenten Dr. Klaus Keitel, der am 4. Januar 2026 kurz vor Vollendung seines 87. Lebensjahres in Halle an der Saale verstorben ist.


Dr. Klaus Keitel gehörte dem Landtag von der ersten bis zur dritten Wahlperiode an. Bei den Landtagswahlen 1990 und 1994 errang er für die CDU jeweils ein Direktmandat in seiner Heimatstadt Halle.

Am 28. Oktober 1990 wurde Dr. Klaus Keitel durch die Konstituierende Sitzung des erstgewählten Landtages in der Dessauer Philipp-Becker-Kaserne in Dessau zum Landtagespräsidenten gewählt. Der zweite Landtag bestätigte ihn – obgleich nun der parlamentarischen Opposition angehörend – 1994 mit großer Mehrheit in diesem Amt.

Am 5. Februar 1939 in Naumburg geboren, absolvierte Dr. Klaus Keitel die Oberschule August-Hermann-Francke in Halle, schloss ein Studium zum Diplomwirtschaftler ab und wurde durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Dr. rer. oec. promoviert. Bis 1990 war er zunächst in der Deutschen Notenbank Halle und sodann in der Zucker- und Stärkeindustrie beschäftigt.

In der friedlichen Revolution engagierte sich Dr. Klaus Keitel am Runden Tisch des Bezirkes Halle und verantwortete die Reformzeitung, die 1990 als unabhängige Publikation der damaligen Bezirkszeitung „Freiheit“ – heute „Mitteldeutsche Zeitung“ – beigefügt war.

Durch die Regierung de Maizière wurde Dr. Klaus Keitel im Mai 1990 zum Regierungsbevollmächtigten ernannt und verantwortete bis zur Wiedererrichtung des Landes Sachsen-Anhalt die Exekutive und Verwaltung im Bezirk Halle in fordernden Zeiten des Umbruchs. Er wirkte zudem als stellvertretender Landesbevollmächtigter für Sachsen-Anhalt.

Landtagspräsident Dr. Schellenberger:
„Mit Dr. Klaus Keitel verliert der Landtag von Sachsen-Anhalt seinen ersten Präsidenten, der sich um die demokratische und insbesondere um die parlamentarische Kultur des Landes überaus verdient gemacht hat. Er übte das Präsidentenamt in den ersten beiden Wahlperioden (1990-1998) mit souveräner Entschlossenheit prinzipienfest und selbstbewusst aus und war über die Fraktionsgrenzen hinweg respektiert und sehr anerkannt. Er prägte das Präsidentenamt und setzte auch insoweit Maßstäbe. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Gewährleistung der Rechte des Landtages und seiner Mitglieder in der 1992 beschlossenen Landesverfassung, um die Herstellung professioneller Arbeitsbedingungen am Sitz des Landtages sowie um den Aufbau einer leistungsfähigen Parlamentsverwaltung. Die Aussöhnung mit Israel und die Bewahrung des jüdischen Lebens in Sachsen-Anhalt waren ihm besondere persönliche Anliegen. Sehr engagiert war er zudem für Menschen mit Behinderungen. Der Landtag von Sachsen-Anhalt gedenkt Dr. Klaus Keitels in Dankbarkeit, Respekt und Anerkennung ob seiner Verdienste um das Land Sachsen-Anhalt.“

In 2007 wurde Dr. Klaus Keitel als erstem Träger der durch Ministerpräsident Professor Dr. Wolfgang Böhmer gestiftete Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt verliehen. Er war zudem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Hinweis: Politische Mitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder. Unsere Leser sollen sich selbst ein Bild von den Äußerungen unserer Politiker machen, ohne Anmerkungen oder Veränderungen durch die Redaktion.

Bilder

Quelle: ltlsa/Viktoria Kühne
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