In Genthin startete die letzte Stadtratssitzung des Jahres mit einer Bitte an die Stadträte durch Bürgermeisterin Dagmar Turian. Sie erinnerte daran, dass man seit nunmehr fast einem Jahr zusammenarbeitet und wünschte sich für die zukünftige Arbeit eine bessere Kooperation auf Sachebene. Gerade diese letzte Sitzung machte einen großen Schritt auf diese Bitte zu.
Wunsch nach Sachorientierung statt Parteipolitik
Explizit wünschte sich Turian, dass parteipolitische Themen den Sachthemen im Genthiner Stadtrat untergeordnet werden und man gemeinsam für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt an einem Strang zieht.
Kleine Geste zum Sitzungsbeginn
Tatsächlich begann die Sitzung mit einer Geste, die allgemein als gute Idee aufgenommen wurde: Als kleines Dankeschön fanden alle Stadträte einen Teller Konfekt und eine Tasse Kaffee an ihrem Platz vor. Der Stadtratsvorsitzende Volker Bauer (CDU) dankte der Bürgermeisterin für die Aufmerksamkeit und eröffnete die Sitzung um 17:07 Uhr.
Jahresabschlüsse bestätigt
Alles in allem verlief die Sitzung nach den zu beschließenden Tagesordnungspunkten gemäßigt, mit wenigen verbalen Reibereien. Neben mehreren Aufstellungsbeschlüssen und B-Planverfahren wurden auch die notwendigen Jahresabschlüsse von 2017 bis 2019 bestätigt. Alle Jahresabschlüsse wurden anstandslos durch das Gremium gewunken – wenig überraschend, da sie bereits durch die Kommunalaufsicht geprüft worden waren.
Schritt Richtung genehmigungsfähiger Haushalt
Damit macht Genthin einen wichtigen Schritt in Richtung unkomplizierter Aufstellung eines eigenen Haushalts. Denn nach wie vor sind die Jahresabschlüsse eine maßgebliche Voraussetzung zur Genehmigung eines Haushalts. Wie Dagmar Turian gegenüber dem Meetingpoint erklärte, befindet sich die Genthiner Verwaltung auf einem guten Weg, künftig reguläre Jahresabschlüsse zum aufgestellten Haushalt einreichen zu können. Sie rechnet damit, dass auch im Jahr 2026 ein Haushalt für die Stadt Genthin genehmigt werden kann.
Fortschritte beim Wahrzeichen Wasserturm
Auch andere positive Punkte wurden auf der letzten Jahressitzung behandelt. Im Bericht der Bürgermeisterin kamen diverse Meilensteine zur Sprache. So verkündete sie, dass das Wahrzeichen der Stadt – der Wasserturm – endlich abgerüstet wird.
Seit vergangener Woche ist die zuständige Baufirma dabei, das Baugerüst zu entfernen. Allerdings gab es zunächst einen Rückschlag: Ein heftiger Regenschauer am Dienstag sorgte dafür, dass die noch nicht vollständig getrocknete Farbe teilweise abwusch und nachgebessert werden musste. Dennoch wird der Turm bald wieder in seiner vollen Pracht erstrahlen. Die äußeren Sanierungen sind inzwischen im unteren Drittel angekommen und sollen bald abgeschlossen sein. Danach folgen Arbeiten im Inneren. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die umfassenden Sanierungsarbeiten im dritten Quartal 2026 – voraussichtlich im September – beendet sein. Einziges Bangen bleibt, dass beim Fortschreiten keine weiteren Mängel an der Substanz sichtbar werden.
Wie soll der Wasserturm genutzt werden?
In Genthin wird der Wasserturm nach jahrelangem Stillstand saniert. Doch was passiert, wenn der Wasserturm fertiggestellt ist? Wie soll er genutzt werden? Bürgermeisterin Dagmar Turian erklärte, dass sich die Stadtverwaltung mit dieser Frage beschäftigen und dabei auch die Ideen der Genthiner berücksichtigen wird.
So haben sich zum Beispiel zwei Klassen des Gymnasiums am 11. Dezember mit der Bürgermeisterin am Wasserturm getroffen, um sich das Gelände anzusehen. In einer Projektwoche wollen die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen Ideen zur weiteren Nutzung des Wasserturms erarbeiten. Sondervermögen für Investitionen
Darüber hinaus will die Verwaltung eine Übersicht über das vom Land zur Verfügung gestellte Sondervermögen erarbeiten. Der Stadt stehen für die nächsten zehn Jahre rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Besonders ist, dass dieses Sondervermögen weitgehend ungebunden eingesetzt werden kann – auch als Eigenanteil für Förderprojekte.
Findet die Stadt beispielsweise ein Projekt, das zu 90 Prozent gefördert wird, kann sie mit nur zehn Prozent Eigenanteil jährlich zusätzliche Investitionen von fünf Millionen Euro tätigen. Auch der Landkreis erhält für die nächsten zehn Jahre ein Sondervermögen von rund 33 Millionen Euro. Angesichts der finanziellen Herausforderungen bleibt dies zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, kann aber dort helfen, wo die Stadtkasse zu klamm ist. Das Vermögen ist zudem nicht zeitlich gebunden und kann sofort reinvestiert werden.
Fazit: Verwaltung zeigt Handlungsfähigkeit
In Genthin bewegt sich einiges. Die letzte Sitzung des Jahres zeigt, dass die Verwaltung wieder handlungsfähig ist. Selbst Stadtrat Lutz Nitz (Fraktion SPD/Grüne/Linke) lobte unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen/Anregungen“ die Arbeit der Stadtverwaltung und insbesondere der Kämmerei: „Endlich liest man in der Zeitung nicht mehr: können wir nicht, geht nicht.“
Kommentare
Unbekannter schrieb um 20:43 Uhr am 13.12.2025: