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Börde Armwrestler bestreitet Turnier in Stockholm

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 12.12.2025 / 16:03 Uhr von mz/pm
Gleiches Turnier, aber völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen: Während Armwrestler Matthias Schlitte bei seinem letzten Auftritt bei den Nordic Open 2023 in Stockholm mit Temperaturen von bis zu -20 Grad Celsius, 30 cm Neuschnee und Flugverspätung aufgrund vereister Tragflächen zu kämpfen hatte, zeigte sich das Turnier 2025 von einer anderen Seite.

Vergangene Woche ging es zu den Nordeuropäischen Meisterschaften nach Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt zeigte sich mit Dauernieselregen und Temperaturen um die 3 Grad Celsius von ihrer grauen Seite. Neben den Wetterbedingungen waren bei der diesjährigen Auflage auch die sportlichen Voraussetzungen für den Bebertaler deutlich anders: Vor zwei Jahren musste der 13-fache Deutsche Meister in Schweden noch ein halbes Kilo abkochen, um das Zielgewicht von 70kg zu erreichen. Nach den Strapazen gab sich der Mann aus Sachsen-Anhalt im Turnier aber keine Blöße und holte am Ende Gold im Limit bis 70kg.

Diesmal sparte sich der Bebertaler jedoch diese Quälerei und trat im Limit bis 78kg an. Außerdem suchte er zusätzlich noch die Herausforderung in der Gewichtsklasse bis 105kg. „Die Weltmeisterschaft lief ja leider nicht wie erhofft. So wollte ich das Wettkampfjahr nicht beenden und entschied mich für einen erneuten Start bei den Nordic Open. In der höheren Gewichtsklasse wollte ich mir außerdem beweisen, dass ich auch mit den schweren Jungs mithalten kann.“, so Matthias Schlitte, der beim offiziellen Wiegen 75kg auf die Waage brachte.

Am Wettkampftag ging Schlitte dann erstmals nach der Weltmeisterschaft in Baku wieder an den Wettkampftisch. Im Limit bis 78kg hatte er es direkt mit dem Medaillenkandidaten Yakim Kaleniuk zu tun. Aber Schlitte ließ sich von den Tricks seines ukrainischen Gegners nicht nervös machen und kam eine Runde weiter. Auch in den folgenden Duellen zeigte Schlitte keine Schwächen und zog gegen den finnischen Champion Kasper Loukala ins Finale am Abend ein.

Nun stand mit der Klasse bis 105kg die größere Herausforderung an. Bereits in seinem ersten Match traf Schlitte auf den Lokalmatador Mikkel Bust. Gegen den dänischen WM-Medaillengewinner konnte der Mann aus dem Landkreis Börde nicht viel ausrichten und fand sich direkt auf der Verliererstraße. Nun würde jede weitere Niederlage zum Ausscheiden führen. Schlitte zeigte Kämpferherz und kämpfte sich Runde um Runde zurück.

Im letzten Match der Vorrunde setzte er sich dann deutlich gegen Ali Nedim durch und stand in der Runde der letzten drei. Für den Einzug ins absolute Finale musste er dann Roman Dubynich schlussendlich den Vortritt lassen und errang Bronze in der Gewichtsklasse bis 105kg. „Es war ein Duell auf Augenhöhe mit etlichen Neustarts. Die sechs Duelle zuvor haben wirklich Kraft gekostet und ich hatte auch den Endkampf bis 78kg noch vor der Brust, daher habe ich hier nicht alles in die Waagschale geworfen und war mit der Medaille zufrieden.“, so der Weltmeister von 2022, der bis zu 30kg weniger als seine Gegner auf die Waage brachte.

Im Finale bis 78kg hieß es dann erneut Deutschland vs Ukraine – Schlitte vs Kaleniuk. Der kompakte Ukrainer arbeitete mit allen Tricks und provozierte durch Auseinanderrutschen den Kampfriemen. Nun mussten die Hände beider Gegner zusammengebunden werden und der Strap entscheiden. Trotz dieser ungeliebten Taktik und langen Diskussionen seines Gegners ließ sich Schlitte nicht beirren: Nach dem Startsignal „Ready…GO“ zeigte der Bebertaler keine Gnade und holte sich die Goldmedaille ohne Zweifel aufkommen zu lassen.

„Ich habe mich wieder an die WM in Baku erinnert gefühlt und war schon schwer genervt. Deshalb wollte ich den Sieg unbedingt. Das hat funktioniert! Zwei Medaillen sind ein sehr guter Jahresabschluss.“, so Matthias Schlitte.
Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es für den nun mehrfacher Nordic Open-Champion direkt in die neue Saison. Anfang Januar stehen in Dubai mehrere Trainingseinheiten mit dem dortigen Team an, erneute Wetterunterschiede garantiert.

Bilder

Foto: Schlitte privat
Foto: Schlitte privat
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