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No Limits: 7.903 Kilometer für Magdeburger Kinder – Vierstellige Spendensumme übergeben

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 03.10.2025 / 09:02 Uhr von rt
Die Muskeln sind entspannt, die Kilometer gezählt und der Spendenerlös endlich da, wo er hingehört: Das Benefiz-Ultracycling-Event „No Limits Magdeburg“ hat seine Mission mit der offiziellen Spendenübergabe an das Kinderförderwerk Magdeburg e.V. abgeschlossen. Initiator Andy Hesse überreichte einen Scheck über 3.355 Euro in der Kita Kuschelhaus des Trägers.


Die Radfahrer legten beim Event im September ganze 7.903 Kilometer – ein beeindruckender Beweis für das Engagement der über 90 Teilnehmer.

Von einer zufälligen Begegnung zum Passionsprojekt

„No Limits“ hat seine Wurzeln in einem früheren Soloprojekt von Andy Hesse. Der Kontakt zum Kinderförderwerk kam dabei auf sehr persönliche Weise zustande, wie Hesse erzählt: „Ich habe hier bei einem Sommerfest gearbeitet, meine Gänge gemacht, und bin Herrn Dammering begegnet. Er hat dann eine Rede über das gesamte Kinderförderwerk gehalten, und die hat mich tatsächlich sehr berührt. Ich bin gleich zu ihm hin und habe gesagt: 'Ey, ich habe voll Lust, mit euch ein Projekt zu machen.'“

Die ursprüngliche Idee, 24 Stunden für das Kinderförderwerk zu fahren und Spenden zu sammeln, entwickelte sich immer weiter. Das erste Benefizprojekt war ein voller Erfolg und unterstützte das Förderwerk-Projekt der Integrativen Kindervilla in Bad Saarow. Auch der diesjährige Erlös geht in diesen speziellen Spenden-Pool, da Hesse von der Arbeit des Trägers überzeugt ist: „Man weiß ganz genau, diese Stätte funktioniert einfach, da gehen auch die Gelder genau dahin, wo es hinkommen soll, und es ist halt immer noch etwas Regionales.“

Erholung und Freiheit in der Kindervilla

Hans-Dieter Dammering, Vorstand des Kinderförderwerks, erläuterte, wofür die Spenden konkret eingesetzt werden: Der Träger begleitet Kinder mit und ohne Beeinträchtigung bis zum 18. Lebensjahr in acht verschiedenen Einrichtungen und legt Wert darauf, die Kinder in ihrer Entwicklung nicht zu verlieren.

„Diese Hilfsformen sind einfach wichtig, um die soziale Integration zu gewährleisten für alle Kinder. [...] Es geht darum, eine soziale Kompetenz zu erreichen, um Konflikte auch mal zu überstehen, um Krisen mal zu überstehen, um nicht gleich zusammenzubrechen, wieder aufzustehen und weiterzumachen“, so Dammering.

Ein zentrales Element dieser Arbeit ist die Kindervilla in Bad Saarow, ein Ort, an dem die Kinder Erholung und Abwechslung finden – fernab vom Stress der Stadt. Alle Kinder des Trägers fahren mindestens einmal im Jahr dorthin, um „einfach mal rauszukommen, mal raus aus dem Stress, mal ohne Familie, und um auch mal mehr Freiheit genießen zu können.“ Alles in der Gemeinschaft.

Der nun übergebene Spendenscheck fließt direkt in einen Pool, der es ermöglicht, dass auch Familien, die sich den Aufenthalt finanziell nicht leisten können, ihren Kindern diese Fahrten ermöglichen können. Dammering betonte, dass jeder Euro, der dafür gespendet wird, zweckgebunden in diesen Pool fließt. Mit der 200 Kilometer entfernten Villa südöstlich von Berlin hat das Kinderförderwerk ein Objekt in eigener Trägerschaft, das es generell erleichtert, jedem Kind eine solche an eine Klassenfahrt erinnernde Erfahrung jährlich zu ermöglichen.

Teilnehmer mit bei Übergabe dabei

Bei der Scheckübergabe waren neben Hesse und Dammering auch zwei Teilnehmer von „No Limits“ dabei: Jonas Rojahn und der kleine Fritz.

Jonas Rojahn stellte sich als einziger Teilnehmer neben Organisator Hesse der größten Herausforderung, den 60 Stunden. Ohne große Radsporterfahrung und mit einem geliehenen Rad legte er beeindruckende 606 Kilometer zurück – die meisten aller Teilnehmer. Sein Fazit: „Auf jeden Fall ein gutes Gefühl, dass man die 600 Kilometer jetzt nicht nur für den Schmerz und für die kaputten Beine gemacht hat, sondern dass da auch was draus entsteht, woran noch viele Kinder ihre Freude haben können.“ Er hatte das Event nur zwei Wochen vorher spontan auf Instagram entdeckt und sich gesagt: „Ach komm, das ist halt mal eine verrückte Idee. Ich mag verrückte Ideen.“ Besonders habe ihn gereizt, den extremen Zeitrahmen von 60 Stunden anzugehen.

Auf der anderen Seite der Distanz-Skala stand der kleine Fritz. Der junge Fahranfänger radelte stolze drei Kilometer für die Aktion durch den Stadtpark. Sein Beitrag zeigt, dass beim „No Limits“ Event jeder Kilometer zählt und die Gemeinschaft im Fokus steht. Nicht einmal für die Übergabe wollte er vom Rad absteigen.

Hesse ist nach dem Erfolg mehr als zufrieden: „Ich bin mehr als happy.“ Die Premiere hat gezeigt, wie viel durch das gemeinsame Engagement von Sportlern, Sponsoren und der lokalen Gemeinschaft erreicht werden kann. Die Planungen für die Fortsetzung von „No Limits Magdeburg“ im nächsten Jahr laufen bereits.

Weitere Informationen zu den Projekten des Kinderförderwerks Magdeburg e.V. und Möglichkeiten zur Spende finden Sie auf der Webseite des [Kinderförderwerks] und der [Kindervilla] selbst.

Bilder

Hans-Dieter Dammering, Andy Hesse und Jonas Rojahn mit einem stolzen Fritz und dem Spendencheck.
3.355 Euro wurden beim "No Limits" in Magdeburg generiert, die nun benachteiligten Familien zu Gute kommen. Fotos: rt
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