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Burg: wegen steigender Kriminalität- wieder Kameraüberwachung in der Innenstadt

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 01.10.2025 / 07:03 Uhr von ub
Die Schartauer Straße in Burg ist seit langem als Kriminalitätsschwerpunkt bekannt. Bereits am 31. Juli dieses Jahres berichteten wir über die steigende Zahl der Straftaten in der Burger Innenstadt. In den vergangenen Monaten hat sich die Situation weiter verschärft, sodass das Polizeirevier Jerichower Land für die Schartauer Straße, den Magdalenenplatz und den Gummersbacher Platz eine Sonderbefugnis beantragt hat, die seit dem 1. August 2025 in Kraft ist. Ergänzt wird diese jetzt durch Videoüberwachung.

Ein Großteil der rund 2400 Straftaten im Jahresschnitt in Burg entfallen laut Revierleiter Thomas Kriebitzsch auf die Burger Innenstadt. Die meisten Fälle sind Personengruppen aus der Trinker-, Rechten- oder Drogenszene zuzuordnen. Diese Gruppen geraten regelmäßig aneinander und sorgen so für Straftaten wie Ruhestörungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen bis hin zu Landfriedensbruch.

Die Polizei hatte für Maßnahmen nach dem SOG LSA (Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt) bereits eine Sonderbefugnis nach §20, §41 und §42 beantragt, die genehmigt wurde. Diese anlassunabhängigen Kontrollen werden nun durch die Videoüberwachung unterstützt.

Fünf von sieben Kameras liefern bereits Daten, die beiden anderen folgen bis spätestens Ende Oktober.
Die Kameras überwachen die Schartauer Straße sowie die angrenzenden Plätze und speichern die Aufzeichnungen für 72 Stunden. Innerhalb von nicht einmal zwei Monaten wurden Kameras und die Masten installiert. Neben den Kameras wurden am Gummersbacher Platz zudem leistungsstärkere Scheinwerfer angebracht. Revierleiter Thomas Kriebitzsch dankte gestern bei einem vor Ort Termin allen Beteiligten für die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit. „Die Videoüberwachung ist nur ein Baustein, um den Bürgern mehr Sicherheit in den Abend- und Nachtstunden zu vermitteln. Auch die neuen Strahler tragen dazu bei, Licht ist immer eine gute Verbrechensprävention“, so der Revierleiter. Etwa 60.000 Euro wurden allein von der Polizei investiert.
Sichere, belebte Innenstadt

Landrat Steffen Burchhardt begrüßt die Videoüberwachung: „Wir wollen belebte Innenstädte, diese aber auch sicher für alle. Es ist traurig, dass eine Videoüberwachung nötig ist, aber wir wollen den Bürgern das Gefühl von Sicherheit wiedergeben“. Die Sicherheitslage habe sich nicht generell verschlechtert, allerdings sei die Schartauer Straße in Burg ein negativer Hotspot.
Der Landrat gab der Hoffnung Ausdruck, dass möglichst schnell eine positive Entwicklung eintritt. Die Videoüberwachung solle aber nicht nur eine Übergangslösung sein, sondern auch langfristig in Betrieb bleiben.

„Mit Hilfe der Videoüberwachung soll das Sicherheitsgefühl der Bewohner gerade in den Abendstunden gestärkt werden. Die Überwachung ist ein Teil unserer Maßnahmen, um die Innenstadt wieder sicherer und dadurch belebter zu machen, weitere werden nötig sein. Denn unsere Innenstadt soll wieder attraktiver werden und auch bleiben“, ergänzt Bürgermeister Philipp Stark.

„Auch wenn die Kameras hoch oben angebracht sind, wir werden keinem Bürger in die Wohnung schauen“, versichert Thomas Kriebitzsch. Auf dem Monitor im Revier sind die Häuserfronten verpixelt und geschwärzt. „Die Aufnahmen sind datenschutzkonform.“
Live-Bilder werden direkt ins Polizeirevier gestreamt
Die Livebilder der Kameras werden direkt in die Zentrale des Polizeireviers übertragen, wodurch die Beamten nunmehr immer einen Blick auf das aktuelle Geschehen haben. „Die Kameras sind schwenk- und zoombar. Das hilft im Ereignisfall die Situation besser einzuschätzen“, erklärt Thomas Kriebitzsch.

In der Innenstadt weisen 14 Schilder auf die Videoüberwachung hin.

Bilder

V.l.: Landrat Steffen Burchhardt, Lutz Lapke (Sparkasse MagdeBurg) und Thomas Kriebitzsch (Leiter des Polizeireviers Jerichower Land) beim gestrigen Vor-Ort-Termin auf dem Gummersbacher Platz in Burg.
Der Mast mit der Kameraausrüstung sowie den beiden den leistungsstärkeren Strahlern auf dem Gummersbacher Platz.
Diese Bilder sehen die Beamten in der Dienststelle. Die bewohnten Teile der Hausfassaden sind geschwärzt, so dass kein Blick in Wohnräume möglich ist. Fotos: ub
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Kommentare

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    Marlies Blume schrieb um 03:35 Uhr am 02.10.2025:
    Es ist nicht so schön, das Bürger unserer Stadt diese inVerruf bringen. Jeder sollte auf Sauberkeit achten, in meiner Kindheit wurde vor jedem Haus der Bürgersteig gefegt.
    Jetzt sollten die Eltern oder sie selbst an sich appellieren, das man Papier und Unrat mit nach Hause nimmt. Die ältere Generation hat das noch gelernt. Schade ist, es das sich die Bürger unserer Stadt nicht mehr Abends auf unserer Straßen der Stadt Burg trauen.
    Ich finde das diese Randale in der Stadt perKamera aufgenommen werden richtig. Schwierig ist diese Unholde dann zu erfassen und beim Namen zu benennen. Früchte trägt das alles nur, wenn auch nachhaltig Strafen erfolgen. Ansonsten sind es Kosten die verpuffen.
    Unsere Stadt ist schön wir haben durch die Laga soviel Gutes erfahren Häuser , Straßen, Plätze und Schulen sind in einem guten Zustand. Schön wäre wenn wir alle dafür Sorge tragen unsere Stadt noch schöner zu machen und stolz auf diese zu sein. Nur meckern bringt uns allen nichts.
    Ich hoffe mit diesen Zeilen zum Nachdenken anzuregen. Mit freundlichen Grüßen
    Marlies Blume