Es ist geschafft. Christine Becker und Hendrik Schollasch sind nach 339 Tagen wieder mit ihren Fahrrädern in Magdeburg eingetroffen. Die beiden Triathleten des USC Magdeburg legten in dieser Zeit 16.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück, darunter waren 200.000 Höhenmeter. „Im Schnitt haben wir täglich 500 Höhenmeter geschafft“, so Christine Becker. Möglich machte das Abenteuer ein Sabbat-Jahr. Die 34-jährige Becker nahm bei einem Automobilzulieferer die Auszeit, der 36-jährige Schollasch ist Energieberater.
Sie besuchten 13 Länder, waren auch kurz in Asien und Afrika. Dabei passierten sie den 2900 Meter hohen Abano-Paß. Die berüchtigte Straße, die die Region Tuschetien mit dem Rest Georgiens verbindet, ist nicht nur unbefestigt, sondern weist auch überaus gefährliche Serpentinen auf. „Mit dem Rad ging es eigentlich, doch das letzte Stück sind wir in einem Auto mitgenommen worden. Da hatten wir dann angesichts der Schluchten echt Angst“, verrät Hendrik Schollasch.
Knapp 80 Tage stiegen die beiden während ihrer Reise nicht auf das Rad. Etwas über zwei Wochen fiel Christine Becker in der Türkei mit einer Fußverletzung aus und es gab auch ganz reguläre Faulenzertage. Fünf Tage investierten die beiden Magdeburger in die Rettung von zwei Welpen, die sie nach einer Übernachtung im Zelt in der Nähe entdeckten. Sie kauften eine Box und brachten sie mit dem Rad in ein 160 Kilometer entferntes Tierheim. Doch dort wurden sie die beiden nicht los. Letztlich konnten sie organisieren, dass die Welpen Ende des Jahres zu Freunden nach Deutschland geschafft werden.
Gut drei Monate verbrachten die beiden Elbestädter in der Türkei. „Dort herrschte eine unfassbare Gastfreundschaft“, ist Hendrik Schollasch immer noch begeistert. In jedem noch so kleinen Dorf konnte ein Einwohner wenigstens etwas deutsch. Ansonsten habe man sich in allen Ländern mit Hilfe einer Übersetzungs-App miteinander verständigt. Bei Pannen halfen sie sich meist selbst. 25 platte Reifen, zwei neue Hinterradfelgen, mehrere Schaltzüge und mehrere Bremsbacken schlugen zu Buche. Zwischendurch absolvierten sie auch immer wieder Etappen mit Bus und Bahn.
Da sie ihre Wohnung vor Antritt der Fahrt gekündigt hatten, sind die beiden derzeit auf Wohnungssuche. Und sie wollen auch wieder beim Triathlon einsteigen. Allerdings haben sie beim Laufen und Schwimmen einen großen Nachholbedarf. Vier Wochen haben sie noch, dann geht ihr Arbeitsleben weiter.