Erst vor gut zwei Jahren wurden die Kameras in der Burger Innenstadt abgebaut, da man sie nicht mehr als notwendig erachtet hatte. Doch nun sollen wieder Kameras in der Einkaufsmeile von Burg, der Schartauer Straße, installiert werden. Wenn alles klappt, kommt die neue Überwachungstechnik schon ab Oktober.
Grund für die Installation der Kameras ist Folgender: Das Revier des Jerichower Landes hat einen Antrag bei der Landesregierung gestellt, aufgrund zu hoher Kriminalität in der Schartauer Straße wieder Kamerasysteme installieren zu können. Diese Genehmigung ist in der vergangenen Woche erteilt worden.
Zuvor hatte die Polizei schon eine Erweiterung ihrer Befugnisse in der Burger Innenstadt beantragt und genehmigt bekommen. Wie [
wir berichteten], können Beamte seit dem 9. August jeden Bürger in der Schartauer Straße auf strafrechtlich relevante Gegenstände untersuchen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten. Parallel hatte Revierleiter Thomas Kriebitzsch auch eine Kameraüberwachung beantragt.
Wie Kriebitzsch noch Anfang August sagte, sei die Kriminalitätsstatistik der Schartauer Straße weit über dem, was an anderen Orten im Jerichower Land dokumentiert wurde. So gab es auch einen direkten Vergleich mit Stendal, wo ebenfalls der Ort mit der höchsten Kriminalität liegt – 460 % unter den Fällen von Burg, was Gewaltdelikte und Sachbeschädigungen angeht.
Dabei trifft der Revierleiter womöglich genau den Nerv der Zeit, denn die Schartauer Straße machte in den vergangenen Monaten die meisten Schlagzeilen als ein Ort, der mit körperlichen Übergriffen und Sachbeschädigungen zu tun hat.
Die Kosten für das Kamerasystem belaufen sich dabei auf rund 60.000 Euro und verteilen sich auf sieben Kameras. Dabei stemmt das Land nicht direkt allein die Kosten – so beteiligen sich die Stadtwerke Energienetze GmbH, die Sparkasse und die Stadt Burg selbst. Von den Stadtwerken werden für die Installation der Kameras drei neue, ca. 6 Meter hohe, Lampenmasten mit je 2x2 Leuchtköpfen und einem Leuchtkopf gestellt. Die von der Stadt gewählten Standorte sind der Gummersbacher Platz, Schartauer Str./ Franzosenstrasse und Schartauer Str./ Gartenstraße.
Sollte es zu einem Vorfall kommen, möchte man genau wissen, wo Täter die Schartauer Straße betreten oder verlassen. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, kann dieses System erweitert werden, wenn die Polizei das Gefühl hat, weitere Kameras zu brauchen.
Die Polizei verspricht sich eine bessere Aufklärung durch neue Technik. Während noch im Jahr 2023 teils unbrauchbare Bilder durch die Kameras aufgenommen wurden, soll nun eine hochwertige 4K/UHD-Kamera mit 360°-Schwenkfunktion für wesentlich bessere Bilder sorgen. Damit diese Kameras auch in der Nacht funktionieren, sollen am Eingang Gummersbacher Platz und am Eingang Markt/Jacobistraße – an den bis dahin neu aufgestellten Kameramasten – starke Lichtanlagen installiert werden.
Dabei zeichnen die Kameras nicht nur auf, sondern senden ihre Livebilder direkt ins Polizeirevier in der Bahnhofstraße. Ein Beamter hat dabei ständig Zugang zum System und kann auf ein bis zwei Monitoren alle Bilder der Kameras sehen und ggf. gleich auswerten, damit Polizeikräfte ausrücken, ohne dass sie gerufen werden müssen.
Für Anwohner kann allerdings Entwarnung gegeben werden: Sollten die Kameras in Fenster oder Geschäfte filmen, wird dies vermieden – sie konzentrieren sich ausschließlich auf die Straße und Plätze selbst.
Sollte alles nach Plan verlaufen, dann sollen die neuen Kameras bereits im Oktober die Schartauer Straße und den Gummersbacher Platz überwachen. Laut Gesetz kann dieses Kamerasystem aber nur so lange bleiben, wie es die Kriminalstatistik rechtfertigt. Generell gilt die Erlaubnis für die Kameras und die Sonderbefugnis der Polizei ab der Aufstellung nur für sechs Monate. Danach muss eine Verlängerung beantragt werden, sofern es die Umstände hergeben.
Der Burger Bürgermeister Philipp Stark meinte gegenüber dem Meetingpoint, dass er sich auch im Nachgang für den Erhalt des Systems einsetzen möchte. Für ihn ist es wichtig, dass die Sicherheit in der Burger Innenstadt erhalten bleibt. „Es nützt nichts, wenn wir die Kameras nach sechs Monaten wieder abbauen und dann alles weitergeht wie zuvor. Aber auch die neue Lichtanlage sorgt an bisher dunklen Bereichen für ein besseres Sicherheitsgefühl. Ich werde mich deswegen für den Erhalt der Kameras einsetzen.“ Mit dieser Meinung geht Stark mit dem Revierleiter Kriebitzsch konform. Denn nachdem 2023 die Kameras abgebaut wurden, stieg die Kriminalstatistik dramatisch an.
Kommentare
Robbi schrieb um 22:35 Uhr am 03.09.2025:
Hinterfragender schrieb um 12:43 Uhr am 03.09.2025:
Wer nichts zu verbergen hat oder sich grundsätzlich an das Gesetz hält, dem wäre das auch alles völlig egal. Nur leider gibt es zu viele die dagegen sind. Warum nur ... ?
Heiko schrieb um 10:18 Uhr am 03.09.2025:
Heidi schrieb um 09:20 Uhr am 03.09.2025:
DerPetzer schrieb um 14:33 Uhr am 03.09.2025: