Frage der Woche: Ist Schulsozialarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems?
Stadtgeschehen
Erstellt: 01.09.2025 / 16:45 Uhr von ub
Schulsozialarbeiter sind sozialpädagogische Profis, die an Schulen tätig sind, um Schüler, Eltern und Lehrkräfte in verschiedenen Situationen zu unterstützen. Hauptziele sind dabei die Förderung der persönlichen und sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, die Unterstützung bei Problemen wie Mobbing oder psychischen Belastungen sowie die Gestaltung eines positiven Schulklimas.
„Schulsozialarbeit ist ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe, bei dem sozialpädagogische Fachkräfte kontinuierlich an Schulen tätig sind, um Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern, Bildungsbenachteiligungen abzubauen und in Krisensituationen zu intervenieren." (Quelle: “Schulsozialarbeit - schulerfolg-sichern.de”)
Zu den Angeboten und Unterstützungsleistungen gehören die Beratung und Begleitung einzelner Schüler aber auch sozialpädagogische Gruppenangebote sowie offene Kontakt- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Sorgeberechtigen von großer Bedeutung, ebenso wie die Vernetzung mit Partnern im Sozialraum.
Schulsozialarbeiter sind an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Ganztagsschulen tätig. Sie arbeiten im Öffentlichen Dienst oder bei freien Trägern der Jugendhilfe.
Schulsozialarbeit gilt als wichtiges Merkmal für eine moderne und unterstützende Bildungseinrichtung. Sie unterstützt die Mitwirkung von Schülern im Schulalltag und trägt zu einem positiven Schulklima bei. Die Arbeit zielt darauf ab, nicht nur schulische Leistungen zu fördern, sondern auch die soziale, emotionale und persönliche Entwicklung der Schüler zu unterstützen.
In Sachsen-Anhalt sind laut einer Landespressekonferenz vom August 2024 waren 450 Schulsozialarbeiter an 860 Schulen tätig, was jedoch den Bedarf bei Weitem nicht deckt. Studien besagen, dass mindestens ein Schulsozialarbeiter für 100 Schüler nötig wäre (aktuell gibt es 213.829 Schüler in Sachsen-Anhalt). Wir haben demnach in unserem Bundesland deutlich zu wenig Schulsozialarbeiter, gerade einmal einen an jeder zweiten Schule. In den meisten Schulen ist die Schulsozialarbeit durch EU-Mittel (ESF) finanziert. Somit befristet, da die Mittel ständig neu beantragt werden müssen.
Das Aktionsbündnis Schulsozialarbeit betont, dass der Bedarf an Schulsozialarbeitern deutlich höher ist als die aktuelle Anzahl, und fordert von der Landesregierung verlässliche Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Schulsozialarbeit.
Wie immer gibt’s montags das Ergebnis der letzten Umfrage und eine frische neue Frage zum Mitmachen. Ihr habt selbst eine spannende Frage im Kopf? Dann her damit – einfach per Mail an [frage@meetingpoint-sachsenanhalt.de].
Letzte Woche hatten wir gleich zwei Fragen für euch im Jerichower Land kam durch die Debatte in Güsen die Frage auf:
“Was haltet ihr davon, sollten Städte und Gemeinden ihre finanziellen Situation z.B. durch Windkraft- und Solarenergieanlagen aufpeppen?"
Von 255 abgegebenen Stimmen haben sich 79 Stimmen für die Finanzierung der Gemeinden durch den Ausbau erneuerbaren Energien ausgesprochen, was im Verhältnis 30,98 % sind. Die deutliche Mehrheit, insgesamt 171 Stimmen (67,07%), haben gegen den Vorschlag gestimmt. Lediglich 5 Stimmen haben dazu noch keine Meinung gehabt.
Auch in Magdeburg hatten wir dieses Mal zum Thema Brücken eine Frage. So wollten wir wissen, wie die Finanzierung der Brücken aussah. Zwar haben sich über 300 Leser den Beitrag angesehen, jedoch gab es wenige, die bei der Frage der Woche mitgemacht haben. Dennoch gab es auch hier ein ganz kleines Stimmungsbild.
Bilder
Eines der Siegerbilder des Zeichenwettbewerbs Schulsozialarbeit aus dem Jahr 2021.
Foto: Deutscher Familienverband Sachsen- Anhalt e.V.
Das war in der vergangenen Montag im Meetingpoint Jerichower Land unsere Frage der Woche für euch.
Die Frage der Woche hat in Magdeburg nur wenige Teilnehmer gehabt. Dennoch wollen wir euch das Ergebnis nicht vorenthalten.
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Eltern, Verbände und Lehrer fordern schon lange eine verbindliche und langfristige Absicherung der Schulsozialarbeit sowie ihre Verankerung im Schulgesetz. Es besteht ein breiter Konsens darüber, dass eine stabile Finanzierung und klare rechtliche Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Schulsozialarbeit als feste Institution zu etablieren.
Trotz dieser Einigkeit scheint die Landespolitik Sachsen-Anhalts jedoch oft andere Prioritäten zu setzen. Entscheidungen werden hinausgeschoben, Verantwortung hin- und hergeschoben, und dabei bleibt die Zukunft vieler Kinder und Jugendlicher auf der Strecke. Die Hoffnung, dass die Politik endlich die notwendige Verantwortung übernimmt und die Schulsozialarbeit nachhaltig sichert, könnte zunehmend zur Illusion werden, wenn keine klaren Maßnahmen ergriffen werden.
Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, bedarf es eines politischen Willens, Lösungen zu finden, die die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Eine zukunftsfähige Schulsozialarbeit muss fest integriert werden, um allen Schülern die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre Bildungschancen zu verbessern. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Probleme, sondern auch die Lösungen für die sozialen Herausforderungen an Schulen ernsthaft in den Blick der politischen Agenda geraten.
Kommentare
M. W. schrieb um 10:56 Uhr am 02.09.2025:
Trotz dieser Einigkeit scheint die Landespolitik Sachsen-Anhalts jedoch oft andere Prioritäten zu setzen. Entscheidungen werden hinausgeschoben, Verantwortung hin- und hergeschoben, und dabei bleibt die Zukunft vieler Kinder und Jugendlicher auf der Strecke. Die Hoffnung, dass die Politik endlich die notwendige Verantwortung übernimmt und die Schulsozialarbeit nachhaltig sichert, könnte zunehmend zur Illusion werden, wenn keine klaren Maßnahmen ergriffen werden.
Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, bedarf es eines politischen Willens, Lösungen zu finden, die die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Eine zukunftsfähige Schulsozialarbeit muss fest integriert werden, um allen Schülern die bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre Bildungschancen zu verbessern. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Probleme, sondern auch die Lösungen für die sozialen Herausforderungen an Schulen ernsthaft in den Blick der politischen Agenda geraten.