In der Sitzung des Gemeinderates am 2. September, um 19 Uhr, in der Aula des Grundschulzentrums Elbe-Parey, An der Heide 4a in Güsen, wird auch über mehrere Aufstellungsbeschlüsse zur Errichtung von Wind- und Solaranlagen sowie von zwei Batteriespeichern entschieden. Bereits im Vorfeld und in vorangegangenen Sitzzungen sorgten diese für teils emotionale, nicht immer sachliche Diskussionen.
Meetingpoint hat mit der Bürgermeisterin der Gemeinde Elbe-Parey, Nicole Golz, über das Thema gesprochen.
Davon ausgehend, dass alle zur Diskussion stehenden Anlagen errichtet werden, würden in der Gemeinde Elbe-Parey dann theoretisch 96 MW aus Windenergie sowie 417 MW aus Photovoltaik produzierbar. Der daraus resultierende Ertrag für die Gemeinde beliefe sich auf 634.000 Euro (EEG-Umlage 0,2 Cent je produzierte kWh), die Umsatzsteuer käme noch hinzu. Wir wollten wissen, wofür diese Mittel Verwendung finden könnten.
„An erster Stelle steht für mich die Subventionierung des Schul- und Kitaessens. Am Beispiel Osterburgs ist ersichtlich, welche positiven Auswirkungen dies für die gesamte Gemeinde hat. Denn gerade die Unterbringung und günstige Versorgung der Kinder ist wie ein Magnet für junge Familien, sorgt dort für Zuzug“ so Nicole Golz. Mit dem Zuzug junger Familien könne dem demographischen Wandel entgegengewirkt werden. Denn sinkende Einwohnerzahlen hätten letztlich auch sinkende Zuweisungen an die Gemeinde zur Folge.
„Wir könnten einige dringend gebotene Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur umsetzen. Ganz oben auf der Liste stehen für mich da die Erneuerung von Straßen sowie die Straßenbeleuchtung. Auch die Erneuerung der Spielplätze in Derben und Bergzow könnten in Angriff genommen werden“ zählt die Bürgermeisterin auf.
In den vergangenen Tagen haben sich sowohl der Ortschaftsrat Güsen (für die in deren Zuständigkeit liegenden drei Projekte) sowie der Bauausschuss und der Hauptausschuss mehrheitlich gegen die Aufstellungsbeschlüsse entschieden. Der Richtigkeit halber muss erwähnt werden, dass der Planung für die mögliche Errichtung von Batteriespeichern in Ferchland und Güsen zugestimmt wurde. Wir wollten wissen, was dies für die finanzielle Zukunft der Gemeinde bedeutet.
„Wir sollten zumindest erst einmal in die Verfahren gehen“ so der Appell der Bürgermeisterin. „Im Schnitt dauern diese Prozesse bis zu 18 Monaten, bevor auch nur ein Baugerät irgendeine Veränderung vornehmen kann. Erst der Aufstellungsbeschluss ermöglicht die Beteiligung der Gemeinde. Wir haben sodann die Öffentlichkeit zu informieren und den Planentwurf öffentlich auszulegen, damit die Bürger sich ein Bild machen und ihre Belange vorbringen können. Die Kosten für das gesamte Verfahren trägt der Investor“ erklärt Nicole Golz.
Aktuell sieht es in Elbe-Parey nicht so aus, als könnten Erneuerbare Energien zusätzliches Geld in die Kassen der Gemeinde bringen. Wir wollten von der Bürgermeisterin wissen, was dies für den Haushalt der Gemeinde kurz- und mittelfristig bedeutet: „Vor einigen Tagen wurden uns die Zahlen der Schlüsselzuweisungen nach FAG (Finanzausgleichsgesetz) übermittelt. Demnach reduziert sich der Zuweisungsbetrag um 588.000 Euro. Mittel, die im Haushalt fest eingeplant waren. Bleiben nun noch die möglichen Erträge aus den EEG-Umlagen aus, müssen wir in die Konsolidierung gehen. Dies würde bedeuten, dass wir bei den Personalkosten reduzieren müssten. Die kostenfreie Nutzung der Sporthallen und Gemeindehäuser wäre ebenfalls nicht mehr möglich und auch die bisher gezahlten Zuschüsse an die Vereine würden entfallen. Um nur einige der kurzfristigen Maßnahmen zu nennen. Bis Ende September werden wir unsere Finanzplanung neu aufstellen, um dann auch die Bürger informieren zu können. Klar ist aber, wenn wir uns gegen die Aufstellungsbeschlüsse entscheiden, fehlen uns schon im Jahr 2026 mehr als 1 Mio. Euro in der Haushaltskasse“.
Meetingpoint wird die Sitzung des Gemeinderates am kommenden Dienstag verfolgen und euch im Anschluss zeitnah über die Ergebnisse informieren.
Kommentare
Herr schrieb um 21:35 Uhr am 03.09.2025:
Die Korruption in der Gemeinde ist zwar noch immer allgegenwärtig, aber nun muss Mann sehen was daraus wird.
Fakt ist, die Gemeinde führt ein Eigenleben, nur für sich.
Ab Freitag Mittag gibt es keine Gemeinde mehr, Ordnungsbehörden sind im Feierabend. Lkw parken wo sie wollen, usw.
Die Gemeinde ist eine Bananenrepublik ohne seines Gleichen.
Ich arbeite ebenfalls im öffentlichen Dienst, aber eben im einem anderen Landkreis, da wird Korruption schneller verfolgt und verhindert
Nur hier in der Gemeinde ist es möglich ein Eigenleben zu führen.
.
Ein stolzer Güsener schrieb um 21:03 Uhr am 01.09.2025:
Schöne Grüße
Herr schrieb um 13:05 Uhr am 03.09.2025:
Konstantin schrieb um 10:14 Uhr am 02.09.2025:
Ferchländer schrieb um 20:21 Uhr am 01.09.2025:
Derbenerin schrieb um 21:08 Uhr am 31.08.2025:
Ein anderer Güsener schrieb um 20:37 Uhr am 31.08.2025:
Die Gemeinde müssten von diesen Anlagen doch schon eine ordentliche Summe an Einnahmen haben. Außerdem kann und sollte die Gemeinde, im Interesse aller und besonders der Natur, Anlagen bauen nicht bis zum unendlichen fortsetzen: kein Geld mehr da - ach kein Problem, dann bauen wir doch einfach noch ein paar Windräder...und in ein paar Jahren das gleiche Spiel.
Die Anlagen bei Parey stehen oft genug still, wenn ich da vorbei komme. Der Strombedarf kann dann wohl nicht so hoch sein. Ich bezweifel, dass es ausreichende Infrastruktur gibt, um Strom in diesem Massen überhuapt entsprechend einspeisen zu können.
Derbener schrieb um 19:57 Uhr am 31.08.2025:
Güsenerin schrieb um 19:28 Uhr am 31.08.2025:
Unbekannt 2 schrieb um 18:44 Uhr am 31.08.2025:
Herr schrieb um 18:40 Uhr am 31.08.2025:
Herr schrieb um 18:37 Uhr am 31.08.2025:
Der Bürger in der Gemeinde hat nichts davon. Ich selbst habe dann nur jede Menge Lärm, mein Grundstück liegt knapp 300 Meter von diesen Windkraftanlagen entfernt.
Ich weiß nicht wo Frau Holz wohnt, aber ihr würde es sicherlich auch nicht gefallen bei dieser Distanz. Aber bei genügend Abstand kann man ja dafür sein!