Logo

Burg: 460% mehr Kriminalität als in einer Vergleichsstadt – Polizei beantragt Sonderbefugnis, die ab Freitag gilt

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 31.07.2025 / 08:03 Uhr von rp
Laut Kriminalstatistik ist Burg im gesamten Landkreis Jerichower Land, mit rund 2400 Straftaten im Jahr einsamer Spitzenreiter. Aber auch im Vergleich mit einer ähnlich großen Stadt wie Stendal, sind in Burg teils 460% mehr Straftaten verübt worden. Das Polizeirevier Jerichower Land hat nun für die Schartauer Str., Magdalenplatz und Gummersbacher Platz eine Sonderbefugnis beantragt, die ab morgen, 1.August um 0 Uhr, in Kraft tritt.


Dass die Schartauer Straße in Burg ein generelles Problemkind in Sachen Kriminalität ist, das verwundert Ortsansässige wohl weniger, denn erst vor wenigen Jahren hatte man in der Einkaufsmeile von Burg extra dafür ein Überwachungssystem installiert gehabt. Als die Statistik sich erholt hatte, wurde diese allerdings wieder zurück gebaut, da schlussendlich die Grundlage für eine weitere Videoüberwachung fehlte.

Grundlage wieder gegeben

Denn die Kriminalitätslage hat sich wieder derart verschlechtert, dass nun wieder eine Videoüberwachung in der Schartauer Straße kommen soll. Bei rund 2400 Straftaten im Jahresschnitt in Burg, fallen laut Revierleiter Thomas Kriebitzsch, mehrere Hundert allein auf die Burger Innenstadt. Insgesamt verbucht das Jerichower Land rund 6100 Straftaten im Jahr, wobei sich ca. 3700 auf sieben weitere Einheitsgemeinden verteilen. Damit liegt Burg mit 2400 Straftaten weit vor anderen Gemeinden des Landkreises.

Was die Statistik der Kriminalität angeht, liegt Burg im direkten Vergleich mit der Hansestadt Stendal weit vorn.

In Stendal ist auch die Einkaufsstraße „Breite Straße“ mit all ihren Einzelhändlern, der kriminelle Hotspot der Stadt. Dennoch liegen dort die Rohheitsdelikte, worunter die Polizei Körperverletzungen zählt, rund 460% unter dem Burger Jahreswert. Als Grundlage hatte man die Statistik der beiden Städte im Zeitraum von 2021 – 2023 miteinander verglichen. Neben Körperverletzungen liegen auch alle anderen Werte über der Kreisstadt des Altmarkkreises. Hier zählt Stendal immerhin noch 47% weniger Straftaten als die Kreisstadt Burg.

Wie Revierleiter Thomas Kriebitzsch erklärt, stammen die meisten Fälle von bestimmten Personengruppen, die teils aus dem Trinker-, Rechten-, oder Drogenmileu stammen. All diese Gruppen halten sich gleichermaßen in der Innenstadt von Burg auf und geraten regelmäßig aneinander und sorgen so für Straftaten, wie z.B. Ruhestörungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen oder gar schwere Körperverletzungen.

Mehr Sicherheit durch mehr Präsenz und Befugnis

Die Polizei geht nun noch einen Schritt weiter und hat nach dem SOG LSA (Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-Anhalt), eine Sonderbefugnis nach §20, §41 und §42 beantragt. Der Antrag wurde seitens des Landes genehmigt und gilt ab Freitag, den 1. August, für vorerst 6 Monate.

Mit der Hilfe weiterer Polizeikräfte u.a. aus der Bereitschaftspolizei, wird die Polizeipräsenz an den genannten Orten spürbar erhöht. Darüber hinaus können Polizeibeamte nun auch Taschenkontrollen durchführen, ohne dafür einen Anfangsverdacht/Anlass zu haben.

Laut Kriebitzsch müssen Bürger nun keine Angst haben, dass die Polizei in jede Handtasche guckt. Jedoch erleichtert diese Regelungen den Handlungsspielraum der Polizei und es können Taschenkontrollen ohne Anhaltspunkt, wie etwa eine offen getragene Waffe oder andere Andeutungen für eine Straftat, geschehen.

Eine ähnliche Regelung wendet die Polizei im Landkreis bereits bei Verkehrskontrollen auf allen Bundesstraßen und der Autobahn A2 an. Dazu wurde eine Sonderregelung nach §14 Abs. 3 des SOG LSA seit einer Weile beantragt. Dadurch kann die Polizei jederzeit einen Verkehrsteilnehmer, der auf diesen Straßen unterwegs ist, anhalten und ohne Anfangsverdacht kontrollieren, bzw. in den Kofferraum oder Handschuhfach schauen. Diese Regelung gilt auch immer nur für ein halbes Jahr und muss neu geprüft und beantragt und genehmigt werden.

Anders als in der Burger Innenstadt, will die Polizei so Einbrüchen und Diebsstählen präventiv entgegenkommen. Nicht selten haben Einbrecher oder Diebe gewisse Utensilien dabei, die auf eine Straftat hindeuten. Sollte sowas entdeckt werden und der Fahrzeugführer hat dafür keine Erklärung, kann die Polizei weitere Maßnahmen einleiten. Das würde ohne die 14/3 Sonderregelung nicht gehen. Denn bei einer einfachen Verkehrskontrolle darf die Polizei nicht einfach in den Kofferraum schauen, wenn dort nicht der Verbandskasten oder das Warndreieck untergebracht wurde.

Auch in der Einbruchs- und Diebstahlstatistik befindet sich das Jerichower Land auf einem hohem Niveau, weshalb die Sonderregelung schon mehrfach verlängert wurde. Generell begrüßt Revierleiter Thomas Kriebitzsch die Hürden, die der Polizei für derartige Befugnisse auferlegt wurden. Seiner Meinung nach ist es wichtig, dass auch die Polizei sich einer gewissen Kontrolle unterstellt und derartige Befugnisse beantragt und geprüft werden müssen. Dennoch würde er sich manchmal Wünschen, dass gewisse funktionierende Maßnahmen, wie etwas die Videoüberwachung, nicht einfach zurück gebaut werden, wenn die Statistik sich wieder erholt hat. So beginnt der Kreislauf halt wieder von vorn und man reagiert dann wieder auf schlechtere Zahlen in der Kriminalstatistik. Denn gerade die Kameras helfen bei der Aufklärung gewisser Sachverhalte und liefern heutzutage auch im Dunkeln eine wesentlich bessere Qualität als noch vor wenigen Jahren.

Gleichwohl ist Thomas Kriebitzsch auch bewusst, dass sich die Fallzahlen dadurch nicht verringern, sondern sich möglicherweise nur die Schwerpunkte verlagern oder anders verteilen. Denn die Ursache wird dadurch nicht bekämpft, da sich die Einstellung der Täter nicht ändert. Ein Beispiel sind laut Kriebitzsch drei allerseits bekannte Familien in Burg, die er aber namentlich nicht nannte. Diese geraten seit Jahrzehnten immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, wobei sich die Generationen hier ablösen. Wenn vor zehn Jahren die Eltern auffällig waren, dann sind es jetzt die Kinder und deren Kinder werden vermutlich in einigen Jahren deren Platz einnehmen.

Bilder

Dieser Artikel wurde bereits 8.096 mal aufgerufen.

Werbung

Kommentare

  •  
    Else schrieb um 14:10 Uhr am 04.08.2025:
    Als Frau Abends in Burg einfach unmöglich.
    •  
      A. schrieb um 10:34 Uhr am 02.08.2025:
      Und genau so ist es.
      Durch unsere Arbeit in Burg sind uns viele deutsche Familien / Täter bekannt.
      Die Statistik ist für uns völlig plausibel.
      Diese Falschbehauptungen, es seien Migranten, ist hirnlos.

      Würden sich mehr Menschen in sozialen Institutionen engagieren, statt auf Social Media herummotzen, würden mehr junge Menschen erreicht werden.

      Ihr habt dabei die Wahl.
      Weiter motzen oder sozial engagieren.
      • Ina schrieb um 16:18 Uhr am 02.08.2025:
        So?
        Da frage ich mich doch, warum du/Sie nicht mal soviel Mumm hast, wenigstens deinen/Ihren Vornamen bekannt zu geben.

        Und ich persönlich habe keine Lust, mich mit knapp über 1,50 Körpergröße mit Schränken mit Vollbart, die nur im Rudel auftreten (ich unterstell mal Schwäche im Einzelnen - in welcher Form auch immer) anzulegen.

        Danke, da schließ ich lieber meine Tür von innen zu.
    •  
      Jimmy Dix schrieb um 22:23 Uhr am 31.07.2025:
      So so 🤨 eine Sonderbefugnis für anlasslose Taschenkontrollen also. Na da wird unser toller Freund und Helfer ja bald die erste Omi mit einem Schweizer Taschenmesser in der Handtasche überführen…
      Und natüüüürlich kommen die Straftäter aus dem rechten Kreis. Das hätte man sich doch denken können. 😅
      •  
        Stadträtin Albrecht schrieb um 19:15 Uhr am 31.07.2025:
        Abschieben, Abschieben, Abschieben!
        •  
          Ina schrieb um 17:43 Uhr am 31.07.2025:
          "stammen die meisten Fälle von bestimmten Personengruppen, die teils aus dem Trinker-, Rechten-, oder Drogenmileu stammen. "

          .... und der rosa Elefant im Raum wird wieder nicht genannt....
          • Frank schrieb um 20:17 Uhr am 31.07.2025:
            Hat doch keinen Zweck den rosa Elefanten zu erwähnen da politisch nicht erwünscht. Mal sehen wann die Zensur hier wieder zuschlägt und unerwünschte Kommentare gelöscht werden.
            Eigentlich macht es keinen Sinn mehr hier oder anderswo einen Kommentar zu schreiben da wenn politisch nicht korrekt er sofort gelöscht wird und Diskussionen werden im Keim erstickt.
            Und wenn es dann zum großen Knall kommt, eines Tages, wird von den verantwortlichen wieder alles geleugnet und keiner hat es kommen sehen. 🤷🏻‍♂️
        •  
          Else schrieb um 15:23 Uhr am 31.07.2025:
          Ganz einfach. Es muss einfach härter durchgegriffen werden.