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Chipfabrik im Sülzetal: Dresdner Unternehmen FMC plant Milliardenprojekt

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 19.07.2025 / 19:12 Uhr von rt
Nach dem vorläufigen Rückzug von Intel zeichnet sich für den High-Tech Park Sülzetal bei Magdeburg eine vielversprechende Neuansiedlung ab: Das Dresdner Unternehmen Ferroelectric Memory Company (FMC) plant hier den Bau einer Speicherchipfabrik. Dies geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor.


FMC, 2016 aus dem Umfeld der TU Dresden hervorgegangen, ist auf die Entwicklung stromsparender Speicherchips spezialisiert, die den Energiebedarf von KI-Rechenzentren erheblich senken sollen. Ziel der Ansiedlung ist es, europäische Produktionskapazitäten zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu reduzieren. Derzeit lässt FMC die Chips aber noch in externen Fabriken fertigen. Der mögliche Standort in Sachsen-Anhalt wäre das erste eigene Werk des Unternehmens.

Die geplante Investition wird als Milliardenprojekt beschrieben. Für das Vorhaben ist eine Fläche von rund 100 Hektar vorgesehen – immerhin ein Viertel der von Intel angekauften Fläche. Medienberichten zufolge sind bereits Gespräche mit dem Land Sachsen-Anhalt, dem Bund und der EU über eine mögliche Finanzierung im Gange. Die Ansiedlung steht demnach noch unter dem Vorbehalt der Finanzierung und weiterer Genehmigungen. Nach Handelsblatt-Informationen will FMC rund drei Milliarden Euro in Sachsen-Anhalt investieren. Davon will das Unternehmen rund die Hälfte vom Staat zugeschossen bekommen, damit sich die Investition rechnet, wie es heißt.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) bewertet die Pläne von FMC als einen wichtigen "Plan B", nachdem die ursprünglichen Intel-Vorhaben für den Standort verschoben wurden. Intel hatte im vergangenen Jahr erklärt, die Pläne für den Aufbau mehrerer Chip-Fabriken in Magdeburg, die eine Investition von rund 30 Milliarden Euro umfassen sollten, zunächst auf Eis zu legen. Der Minister hob hervor, dass Intel für den High-Tech Park weiterhin eine Option bleibe und das Areal generell für weitere Unternehmensansiedlungen attraktiv sei.

Berichten zufolge sondierte FMC eine Ansiedlung auch in anderen EU-Ländern, doch diese Option sei nun offensichtlich vom Tisch. Hinter FMC stehen namhafte Investoren wie Bosch, Air Liquide und Merck. Die Technologie des Unternehmens könnte eine in Europa unterrepräsentierte Speicherchip-Technologie stärken und in der Region eine durch Intel aufgerissene Lücke füllen.

Bilder

Visualisierung: KI-generiert mit Microsoft Copilot
Quelle: FMC
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