Für zweistündige Verkehrsbehinderungen in der Magdeburger Innenstadt sorgte am Samstag eine Demonstration mit Kundgebungen auf dem Willy-Brandt-Platz, dem Hasselbachplatz und dem Friedensplatz. Unter dem Motto «Gemeinsam für Deutschland» war zu Demonstrationen in allen Bundesländern aufgerufen worden.
Die Demonstrationen, für die auf Telegram geworben wurde, haben sich unter anderem für „flächendeckende Grenzkontrollen“, gegen die Unterstützung der Ukraine und für die „Wahrung der Meinungsfreiheit“ gerichtet. In Magdeburg wurde am Vortag der geplante Ausgangsort der Demonstration vom Domplatz auf den Willa-Brandt-Platz verlegt. Dies sorgte sicherlich für einiges Unverständnis bei den etwa 800 Teilnehmern.
Mitorganisator und Moderator Denny Zenker machte vor Beginn der Demonstration deutlich, dass die Demo nicht im Zusammenhang mit einer bestimmten Partei stehe: „Sie richte sich einzig und allein an alle Bürger, die sich für Frieden, gegen weitere Aufrüstung und für unser Land einsetzen möchten, unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit“.
Allerdings müssen sich die Organisatoren dann auch die Frage gefallen lassen, warum am Ende ihres Demonstrationszuges Mitglieder der rechtsextremen Szene mit einem Transparent „Kampf der roten Reaktion“ teilnehmen durften?
Die Botschaften der Magdeburger Veranstaltung waren ohnehin etwas dürftig. Die Sprechchöre reichten von „Wir sind das Volk“ über „Frieden schaffen ohne Waffen“ oder „Wir haben die Schnauze voll“ bis hin zu „Ostdeutschland“. Bis auf den letzten, alles Begriffe, die schon Ende der 1980er Jahre durch die Straßen klangen. Damals allerdings mit dem Ziel, das geteilte Deutschland wieder zu vereinen. Da macht der Ruf „Ostdeutschland“ schon etwas nachdenklich. Gibt es wirklich Bürger, die diese Zeit wieder haben wollen, die wieder eine Grenze zu den sogenannten alten Bundesländern bauen wollen?
Da waren einige wenige Transparente schon aussagekräftiger, richteten sie sich doch eindeutig gegen die falschen Wahlversprechen eines Friedrich Merz.
Erwähnenswerte Redebeiträge gab es auf keiner der kurzen Kundgebungen entlang der Wegstrecke über die Otto-von-Guericke-Straße, den Hasselbachplatz, den Breiten Weg und wieder zurück zum Bahnhofsvorplatz.
Mehrmalige Störversuche von Linksextremen, die auch wieder auf eine Wartehäuschen der Straßenbahn geklettert waren, ignorierten die Teilnehmer. Die umsichtig und deaskalierend handelnde Polizei hielt diesen Gruppen auf sicherem Abstand zu der angemeldeten Demonstration.
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