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"Kriegerfahne gewendet"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 09.02.2024 / 14:03 Uhr von mz/pm
In der Ausstellung „900 Jahre Stadtgeschichte Jerichow“, die von Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow e.V.im Kloster Jerichow ausgerichtet wurde, ist ein neues Objekt zu sehen. Eigentlich ist es nicht so ganz neu, denn es wurde die Fahne, die „Die Jungfrauen der Stadt Jerichow“ ihren tapferen Kriegern im Jahre 1871 gestickt hatten, gewendet.

Die Rückseite ist in den Hautfarben weiß und hellgrün zarter bestickt und zeigt in einem Medaillon in der Mitte eine junge Frau – die Göttin Germania -, die zwar geharnischt gekleidet ist, aber ihre in den Händen haltenden Krone und Schwert sind mit Efeulaub umrankt. Dies Bild umgibt der gestickte Spruch „Gehorsam, Treue, Tapferkeit. Des deutschen Kriegers Ehrenkleid.“ Der Kriegerverein wurde 1870 gegründet zur Unterstützung der Krieger-Familien aus den Kriegen 1864 und 1866 sowie 1870/71.

Auf sein Betreiben wurde 1872 ein Kriegerdenkmal vor der Stadtkirche errichtet, das um 1960 beseitigt wurde. Fast jeder Ort im Kreis Jerichow II hatte einen solchen Kriegerverein, der in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts der mitgliederstärkste Verein Jerichows war. Es ging ihnen nicht um die Verherrlichung von Krieg, sondern um das Gedenken derer, die verletzt oder getötet wurden und um deren Familien.

Die Fahne wurde für die Ausstellung sorgsam gereinigt und konservatorisch behandelt, damit sie nicht noch mehr Schaden nähme. Um sie vor dem Verbleichen durch Licht zu schützen, sollte sie immer wieder ausgewechselt werden.

Voraussichtlich wird sie im Sommer gegen die Fahne des 1873 gegründeten Bürgervereins Jerichow getauscht.

Die Ausstellung im Kloster Jerichow ist bis einschließlich März Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr zu besichtigen.

Bilder

Foto: Theresia Gebauer
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