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Großeinsatz in Genthiner Chemiepark

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 20.11.2023 / 06:30 Uhr von rp/pm
Für den Ernstfall gewappnet sein, bedeutet jegliches Gefahrenszenario zu üben. Nach diesem Motto haben Feuerwehr und Rettungsdienst im Genthiner Chemiepark am Sonnabend einen LKW Unfall mit dem schlimmsten anzunehmenden Szenario geprobt. Feuerwehrsprecher Michael Voth hat für euch alle Einzelheiten zum Einsatz. 

"Mit seiner Vielzahl an Chemischen Betrieben gilt der Chemiepark in Genthin als einzigartig im Landkreis, gleichzeitig bietet er auch ein hohes Gefahrenpotential. Am Sonnabend übten deshalb zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis im Genthiner Chemiepark den Ernstfall.
„LKW-Unfall mit Gefahrstoffaustritt und Brandfolge“ lautete das Einsatzszenario, als um 09:40 Uhr zunächst die örtlich zuständigen Feuerwehren Genthin, Altenplathow, Mützel und Parchen alarmiert wurden.

Beim Eintreffen wurden ein leckgeschlagener und ein brennender Tankcontainer durch den Einsatzleiter der Genthiner Feuerwehr, Achim Schmechtig, vorgefunden. Im unmittelbaren Gefahrenbereich hielten sich drei vermutlich verletzte und mit dem austretenden Gefahrstoff kontaminierte Personen auf. Die ersten Einsatzkräfte konzentrierten sich in der Anfangsphase darauf die Personen aus dem Gefahrenbereich zu retten, zu dekontaminieren und zur weiteren medizinischen Behandlung an den Rettungsdienst zu übergeben. Weiterhin wurde der Stoff durch die am Tank angebrachte Stoffnummer identifiziert, der Gefahrenbereich abgesperrt und zusätzliche Spezialkräfte nachgefordert. Diese Spezialkräfte rückten dann, wie bei einem echten Einsatz, zeitlich verzögert in Form der Fachdienste ABC und Führungsunterstützung an. Die Fachkräfte für Einsatzlagen mit atomaren, biologischen und chemischen Stoffen hatten ihre gesamte Technik dabei. Während ein Zug Messungen zur Schadstoffkonzentration in der Luft vornahm, bereitete sich der zweite Zug für den Einsatz im Gefahrenbereich für die Brandbekämpfung und das Abdichten des Tanks vor. Der dritte Zug baute während dieser Zeit die Dekontaminationsstrecke auf.

Der Fachdienst Führungsunterstützung stellte der Einsatzleitung unter anderem Luftbilder zur Lagebeurteilung zur Verfügung. Mit der Drohne kann eine Erkundung aus sicherer Entfernung erfolgen, ohne Einsatzkräfte in den Gefahrenbereich schicken zu müssen. Auch die Versorgung der Einsatzkräfte und die Entsorgung vom ausgetretenen Gefahrstoff und kontaminiertem Löschwasser mussten organisiert werden. Die Werkseinsatzleitung des Chemieparks stand der Einsatzleitung während des gesamten Einsatzes als Fachberater zur Seite. Insgesamt waren an der knapp fünfstündigen Großübung 95 Akteure von Feuerwehr, Rettungsdienst, Landkreis, FTZ und Chemiepark beteiligt.

Stadtwehrleiter Christian Giese, der als Übungsleiter fungierte, zeigte sich nach der Übung zufrieden: „Ich möchte mich noch einmal bei allen Akteuren bedanken, die zum Erfolg der Übung beigetragen haben. Es hat sich wieder gezeigt, dass Feuerwehr nur in Zusammenarbeit funktioniert. Das Übungsziel wurde erreicht und alle Einsatzkräfte konnten wohlbehalten ins Wochenende gehen.“, so Michael Voth.

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