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Möser: Jahresrückblick mit Bürgermeister Bernd Köppen

Interview
  • Erstellt: 30.12.2022 / 09:05 Uhr von cl
Das Jahr 2022 steht in seinen letzten Zügen. Grund genug, um darauf zurück zu blicken, wie das Jahr für die Städte und Gemeinden im Jerichower Land verlaufen ist. Welche Herausforderungen hat es gegeben und welche Pläne müssen für 2023 angepackt werden? Heute schauen wir mit Bürgermeister Bernd Köppen auf die Gemeinde Möser.

Meetingpoint JL: Was waren aus Ihrer Sicht die drei besten Ereignisse für die Gemeinde in 2022 und warum?
Bernd Köppen: Die Gemeinde hat vor einem Jahr ein großes Beschaffungsprogramm für Feuerwehrtechnik aufgelegt. Als Ergebnis daraus konnten der Gemeindefeuerwehr nun in diesem Jahr 4 neue Feuerwehrfahrzeuge, teilweise aus Landesmitteln gefördert, übergeben werden.

Das waren schon 4 tolle Ereignisse für die Gemeinde: Tanklöschfahrzeug TLF 3000, Tanklöschfahrzeug TLF 4000, Drehleiter DLK M32L, Hilfeleistungsfahrzeug HLF 20. Nicht vergessen möchte ich aber auch die Fertigstellung unseres neuen Hortgebäudes in der Grundschule Möser.

Meetingpoint JL: Was waren die drei größten Herausforderungen?
Bernd Köppen: Die aktuelle Arbeitskräftesituation macht auch vor einer Kommune keinen Halt. Die Sicherstellung eines ausreichenden Personalbestandes in den Kindertagesstätten und in der Verwaltung waren daher von großer Bedeutung, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Hier war besonders herausfordernd die kurzfristige Übernahme von 2 Kindertagesstätten in die Trägerschaft der Gemeinde. Tarife, Personalbestand, Laufende Verträge etc. alles musste auf die Bedingungen einer öffentlichen Verwaltung umgearbeitet bzw. angepasst werden.

Meetingpoint JL: Welche Ziele gibt es für die Gemeinde 2023? Wo, wird was investiert?
Bernd Köppen: Da der Haushaltsplan der Gemeinde noch nicht beschlossen ist, will ich hier nicht vorgreifen und nur das nennen, was tatsächlich auch schon bearbeitet wird. Die Fertigstellung unserer neuen Kita in Lostau im 1.Halbjahr 2023 ist sicherlich erst einmal das wichtigste Ziel. Ebenso die Fertigstellung des Erweiterungsbaus des Feuerwehrgerätehauses Körbelitz.

Die weitere Beschaffung von Feuerwehrtechnik steht hoch im Programm. Der Bolzplatz in Möser kann 2023 in Betrieb genommen werden. Auch die Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet Brunnenbreite II in Möser einschließlich der Herstellung des Spielplatzes werden 2023 ihren Abschluss finden.

Meetingpoint JL: Was möchten Sie 2023 unbedingt für Ihre Gemeinde in Angriff nehmen? Was hat Priorität?
Bernd Köppen: Aktuell werden für die Sanierung und Erweiterung der Sporthalle Möser und des Feuerwehrgerätehauses in Hohenwarthe die Unterlagen für die Antragstellung auf Baugenehmigung fertig gestellt. Für beide Vorhaben stehen Förderzuschüsse in Aussicht.

Beide Vorhaben haben eine hohe Priorität und sollten 2023 auch unbedingt begonnen werden. Ebenso steht die Umsetzung der Neugestaltung der Außenanlagen unserer Grundschule in den Startlöchern.

Meetingpoint JL: Welcher war Ihr Lieblingsaugenblick 2022 und warum?
Bernd Köppen: Die Baumpflanzung auf dem Gelände der Grundschule mit unseren Erstklässlern ist in jedem Jahr so ein Lieblingsaugenblick. Da schaut man in so viele leuchtende Kinderaugen und hat die Zukunft unserer Gemeinde direkt im Angesicht vor sich.

Meetingpoint JL: Inwiefern hat sich die Energiekrise als Folge des Ukrainekriegs auf Ihre Gemeinde ausgewirkt? Welche Herausforderungen haben und werden sich ergeben?
Bernd Köppen: Unsere gesamten bisherigen Lieferverträge für Strom und Gas für alle unsere kommunalen Objekte wurden zum Ende des Jahres 2022 gekündigt. Die Gemeinde wird dann ab 2023 über die Grundversorgung mit Energie versorgt werden. Auf Grund der höheren Energiepreise hat dies natürlich enorme Auswirkungen in vielen Bereichen der kommunalen Aktivitäten, seien es höhere Betriebskosten in allen Einrichtungen der Gemeinde, dadurch notwendige höhere Gebühren für die Nutzung und entsprechende Anpassung der Satzungen.

Und nicht zuletzt müssen diese Kosten auch über den Haushaltsplan 2023 abgesichert werden. Auch die aktuelle unsichere Lage zur Energieversorgung ruft weitere Kosten hervor. Zur Absicherung von bestimmten Notsituationen müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

Meetingpoint-JL: Zum Jahresbeginn 2022 war auch Corona noch bestimmend. Welche Sichtweise haben Sie rückwirkend auf die Pandemie? Hat das die Arbeit in Ihrer Verwaltung verändert?
Bernd Köppen: Jeder konnte mal spüren, wie es ist, wenn das gesellschaftliche Leben vollends erlischt. Schrecklich! Man kann wieder mehr wertschätzen, wie wichtig es ist, das Menschen in einer Gemeinschaft zusammenfinden und sich auch persönlich austauschen können.

Die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen und zur Vorbereitung von dörflichen Festen und Veranstaltungen kann damit gar nicht hoch genug anerkannt werden. Danke allen Beteiligten hier nochmal dafür. In der Arbeit der Verwaltung wurden bestimmte Arbeiten zur Digitalisierung stärker voran getrieben, Homeoffice ist nach wie vor eine Arbeitsvariante. Auf die Absicherung von Notsituationen wird stärker Augenmerk gelegt.

Ich wünsche allen für das neue Jahr Gesundheit, Glück und in allen kommenden Lebenslagen auch immer ein Stückchen Optimismus.

Bilder

Mösers Bürgermeister Bernd Köppen, Quelle: privat
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