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Energiesparmaßnahmen im JL - Gemeinden wollen nicht auf Lichter im Advent verzichten

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 21.11.2022 / 08:04 Uhr von cl
Energiesparen wird vor dem Hintergrund der Energiekrise besonders zum Wintereinbruch groß geschrieben. Ob es tatsächlich zum Blackout kommt, wird immer wieder diskutiert [wir berichteten]. Die Energieeinsparungsverordnung des Bundes setzen auch die Gemeinden um, und dennoch soll es in der Adventszeit nicht dunkel bleiben. Ein Blick ins Jerichower Land:

In Gommern soll die Adventszeit trotz aller Widrigkeiten stattfinden. Auch in diesem Jahr wird es in Gommern über den 3. und 4.12. am Platz des Friedens wieder einen Weihnachtsmarkt geben. Auch in den Ortschaften der Stadt sind Weihnachts- und Adventsmärkte geplant, teilt Gemeindebürgermeister Jens Hünerbein mit.

Dennoch wird auch in Gommern gespart: in diesem Jahr wird auf die städtische Weihnachtsillumination an den Straßenlampen verzichtet. Den beleuchteten Weihnachtsbaum vor der Evangelischen Kirche und dem Platz des Friedens wird es aber weiterhin geben, informiert der Bürgermeister.

Nur der Weihnachtsbaum leuchtet in Genthin
In Genthin wird in diesem Jahr nur der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus leuchten. Auf die Weihnachtselemente an den Straßenlaternen wird verzichtet. In jeder Genthiner Ortschaft darf außerdem nur ein Weihnachtsbaum im öffentlichen Raum mit LED beleuchtet werden. Als Leuchtzeit gilt für alle Bäume 17 bis 22 Uhr.

In Genthin sollen weitreichende Sparmaßnahmen ergriffen werden. Neben den ohnehin bereits bestehenden, gesetzlichen Anforderungen zur Energieeinsparung wurden nach Angaben von Bauchfachbereichsleiterin Dagmar Turian alle öffentlichen Verbrauchsstellen analysiert und die technischen Voraussetzungen geprüft. Hauptschwerpunkte bestehen darin, die Energieeffizienz der Abnahmepunkte noch weiter zu erhöhen, z.B. durch Modernisierung, Ausrüstung/ LED-Leuchten usw. Darüber hinaus müssten laut Turian alle freiwilligen Leistungen und die Straßenbeleuchtung einbezogen werden. Genaue Festlegungen dazu sollen zeitnah bekannt gemacht werden.

Einsparungen in der Straßenbeleuchtung in Biederitz
Auch in Biederitz finden der Weihnachtsmarkt und vorab der traditionelle Adventsweg am 27.11. wie geplant statt. Wie Bürgermeister Kay Gericke informiert, ist die Gemeinde in Sachen Energiesparen schon länger beschäftigt. Ende 2012 wurde jede zweite Straßenlaterne ausgeschaltet. Der Stromverbrauch hat sich dadurch kontinuierlich verringert. Zwischen 2015 und 2018 wurde auf LED umgerüstet. Lag der Jahresverbrauch Ende 2012 noch bei 662.197 kWh, waren es 2021 nur noch 198.617 kWh.

Ansonsten gelten auch in Biederitz die üblichen Regeln: in öffentlichen Nichtwohngebäuden ist die Beheizung von Gemeinschaftsflächen untersagt, die nicht dem Aufenthalt von Personen dienen. In den Arbeitsräumen der Kernverwaltung darf außerdem die Lufttemperatur höchstens auf 19 Grad Celsius geheizt werden. Die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von Außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung ist untersagt. Die Umsetzung aller Maßnahmen gilt vorerst bis 28.02.2023, ausgenommen sind Schulen und Kitas.

In Möckern soll niemand frieren
Auch in Möckern werden die Maßnahmen gemäß der sogenannten Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung - kurz: EnSikuMaV des Bundes - umgesetzt. Bürgermeisterin Doreen Krüger macht aber deutlich, dass in Möckern Weihnachten nicht eingespart werden soll. Das sei laut Krüger auch wichtig für die Stimmung der Bürger. Die Weihnachtsbeleuchtung soll es weiterhin geben und auch für die Mitarbeiter ihrer Verwaltung sagt die Rathaus-Chefin: keiner soll frieren oder dadurch krank werden. Gegebenenfalls wird die Temperatur dann etwas höher eingestellt.

Auch die Krankenhäuser im Jerichower Land haben einen Plan für die kommende Zeit.
Die Lungenklinik Lostau verfügt für den Fall eines Stromausfalls über Notstromaggregate, informiert Sprecher René Maresch. Sie gewährleisten inklusive Tankreserve einen Mindestbetrieb von 96 Stunden. Für den anschließenden Weiterbetrieb kann Kraftstoff nachgetankt werden, sodass unter dieser Voraussetzung die Versorgung fortlaufend gewährleistet werden kann.

Damit kann der Betrieb der Lungenklinik auch im Falle eines Stromausfalls gesichert werden. Das beinhaltet die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung sowie auch dass OPs weiterhin durchgeführt werden können. Im Falle eines punktuellen oder flächendeckenden Stromausfalls sind die Patienten in der Lungenklinik Lostau aufgrund der vorhandenen Notstromversorgung versorgt.

Dennoch existiert ein Alarm- und Einsatzplan, in dem auch ein Evakuierungsplan enthalten ist. Auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass Patienten aufgrund fehlender Stromversorgung verlegt werden müssen. Je nach aktueller Lage koordiniert dann die Krankenhauseinsatzleitung die Verlegung von Patienten in Abstimmung mit den umliegenden Krankenhäusern. Dazu gehört auch das Klinikum der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg Cracau, erklärt Kliniksprecher René Maresch.

Auch die HELIOS-Kliniken in Burg und Vogelsang sind für den Ernstfall gerüstet. Krankenhaus-Sprecherin Katja Boese teilt auf Anfrage mit:
Um eine Versorgung bei einem Stromausfall weiterhin gewährleisten zu können, müssen Krankenhäuser über eine Notstromversorgung verfügen, die den Betrieb essentieller Systeme für zumindest 24 Stunden aufrecht erhält.

Der Strom kommt dann aus sogenannten Netzersatzanlagen (NEA), die die Versorgung übernehmen und welche eine Notversorgung von rund 24 Stunden gewährleisten. Bei Bedarf steht ein Heizöllieferant zur Verfügung, welcher uns kurzfristig mit weiterem Diesel versorgen kann um damit die Klinik mit Strom zu versorgen. Alle lebenswichtigen Geräte haben zudem einen internen Akku und müssen an speziell abgesicherten Steckdosen hängen, die aus den Akkus unterbrechungsfrei Strom liefern. Der laufende OP-Betrieb oder auch Beatmungsgeräte werden somit nicht beeinträchtigt.

Fazit: Das Bewusstsein für Energieeinsparungen ist im Jerichower Land angekommen. Maßnahmen und Vorgaben vom Bund werden in den Gemeinden umgesetzt und trotzdem soll die Adventszeit nicht dunkel bleiben. Kleinere und größere Veränderungen sollen dazu beitragen, den Verbrauch zu reduzieren. Ein wenig weihnachtliche Vorfreude soll aber dennoch überall bleiben.

Bilder

Symbolbild, Quelle: pixabay.de
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Kommentare

  •  
    Torsten B. schrieb um 09:45 Uhr am 21.11.2022:
    Langsam wird dieser ganze "Wahnsinn" mit den Energiesparmaßnahmen schon zu einer regelrechten Farce. In jeder Genthiner Ortschaft darf im öffentlichen Raum nur ein Weihnachtsbaum mit LED-Beleuchtung erstrahlen usw. Diese ganze Energiekrise ist durch Verantwortung unserer BR entstanden, nach Maßgabe weder Oil noch Gas von Russland beziehen zu wollen. Dies hilft weder den Menschen die vom Krieg betroffenen sind in der Ukraine, noch unserer Bevölkerung. Das traurige daran ist, daß es schon Betriebe gibt, z.Bsp. Tankstellen aber auch öffentliche Einrichtungen, die ihre Heizung so drosseln, daß weder am Tag noch nachts 19-Grad wie vom Gesetzgeber weiterhin gefordert anliegen. Beschäftigten die darunter leiden wird von ihren Chefs unverhohlen gesagt, sich doch eine weitere Jacke anzuziehen. Immer noch besser als seinen Job zu verlieren. Aber wenigstens können die Bürger/in auf dem Weihnachtsmarkt ihrer Grünkohlpfanne speisen, ohne Nachweis der "Coronaschutzimpfung" und Maske.