Startseite  /  Events  /  Jobbörse  / 
Artikel einsenden  /  Impressum

Logo

Sachsen-Anhalt will Kohlendioxidausstoß bis 2030 auf 18 Millionen Tonnen pro Jahr senken

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 22.09.2022 / 16:03 Uhr von cl/pm
Angesichts großer globaler Herausforderungen wie dem fortschreitenden Klimawandel will die Landesregierung ihre Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Sachsen-Anhalt noch konsequenter umsetzen. Das Kabinett billigte am vergangenen Dienstag die von Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann vorgelegte Neufassung der Nachhaltigkeitsstrategie. Das teilt die Staatskanzlei mit. 

„Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, wichtige Zielmarken erstmals zu konkretisieren. Bis 2030 wollen wir den jährlichen Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in Sachsen-Anhalt von rund 28 auf 18 Millionen Tonnen senken“, erklärte Willingmann. Zudem soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergie-Verbrauch von 26 auf 45 Prozent steigen.

Bereits im Koalitionsvertrag hatten sich die Regierungsparteien darauf verständigt, die Treibhausgas-Emissionen um 5,65 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bis 2026 zu reduzieren. „Die Nachhaltigkeitsstrategie folgt dem Entwicklungspfad, der bereits im Koalitionsvertrag aufgezeigt wurde: Es geht darum, das bundesweit gesteckte Ziel der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen“, erläuterte Willingmann.

Der Minister verwies allerdings auch auf die aktuell schwere Energiekrise: „Kurzfristig werden wir aller Voraussicht nach wieder mehr Kohle verstromen müssen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Dadurch kann es zu einem neuerlichen Anstieg der Treibhausgas-Immissionen kommen. Wir können daraus aber nur zwei Schlüsse ziehen: Wir müssen den Ausbau Erneuerbarer Energien noch intensiver vorantreiben und die Reduktion der Treibhausgase noch konsequenter umsetzen, wenn die akute Energiekrise überwunden ist. Deshalb halte ich es auch für richtig, an den gesteckten Zielmarken trotz der aktuellen Krise festzuhalten. Das sind wir kommenden Generationen schuldig.“

2. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergie-Verbrauch soll von 26 auf 45 Prozent steigen. Endenergie umschreibt die in Unternehmen und Haushalten eingesetzte Energie (Strom, Wärme, Prozesswärme in Unternehmen). Sie wird zwar immer effizienter genutzt und teilweise eingespart, doch Wirtschaftswachstum und Konsumsteigerungen verhindern einen deutlicheren Verbrauchsrückgang. Um Treibhausgasemissionen zu senken, muss der Anteil Erneuerbarer Energien entsprechend erhöht werden. Bundesweit soll der Anteil der Erneuerbaren am Endenergie-Verbrauch von 17,6 auf 30 Prozent steigen.

3. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostrom-Verbrauch soll bis 2030 von aktuell 76 auf 100 Prozent erhöht werden. Der Bruttostrom-Verbrauch bildet sich aus der Summe der inländischen Stromerzeugung zuzüglich der Stromflüsse aus dem Ausland und abzüglich der Stromflüsse ins Ausland. Deutschlandweit lag der Anteil zuletzt lediglich bei 42 Prozent und soll bis 2030 auf 80 Prozent steigen.

4. Flächen entwickeln sich in Deutschland zunehmend zu einer begrenzten Ressource. Die Neuversiegelung von Flächen soll deshalb bis 2030 auf unter einen Hektar pro Tag begrenzt werden. Sachsen-Anhalt ist im Bundesvergleich bereits Vorreiter. Deutschlandweit werden aktuell im Vierjahresdurchschnitt 50 Hektar pro Tag versiegelt. Die Bundesregierung strebt langfristig die Einführung einer Flächenkreislaufwirtschaft ab dem Jahr 2050 an.

5. Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen von aktuell 45 auf 40 Kilogramm pro Hektar gesenkt werden. Sachsen-Anhalt zählt hier im Bundesvergleich bereits zu den Vorreitern, im Bundesschnitt liegt der Überschuss bei 65 Kilogramm. Hohe Stickstoffüberschüsse können unter anderem zur Entstehung von Treibhausgasen und zur Versauerung von Böden führen.

6. Der Anteil ökologischer Landwirtschaft an der landwirtschaftlichen Nutzfläche soll von aktuell 9,4 auf 20 Prozent erhöht werden. Ökologischer Landbau leistet durch seine umweltschonende, an die Naturfunktionen angepasste und nachhaltige Wirtschaftsweise einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Erhaltung der Kulturlandschaft.

7. Die Artenvielfalt und Landschaftsqualität wird über die Bestandsentwicklung repräsentativer Vogelarten in verschiedenen Lebensräumen gemessen. Der Zielerreichungsgrad des Indikators liegt aktuell bei 61 Prozent und soll bis 2030 auf 100 steigen.

8. Der Waldumbau zu stabilen Mischbeständen wurde insbesondere seit 2018 durch Trockenheit, damit einhergehende Waldbrände, Stürme und biotische Schäden erheblich erschwert. Bis 2030 soll der Anteil von Mischbeständen an den Waldflächen des Landes auf 34 Prozent steigen. Der aktuelle Anteil wird erst im Rahmen der Bundeswaldinventur im kommenden Jahr wieder ermittelt. Bei der letzten Inventur im Jahr 2012 lag er bei 30 Prozent. Mischwälder gelten angesichts des Klimawandels als widerstandsfähiger im Vergleich zu reinen Nadelwäldern.

Die Neuversiegelung von Flächen wurde als Indikator mit konkreter Zielmarke neu aufgenommen. Darüber hinaus wurde mit dem prozentualen Anteil von Frauen in kommunalen Parlamenten ein weiterer Indikator ergänzt. Dieser beträgt in Sachsen-Anhalt aktuell 20 Prozent, bundesweit hingegen 27 Prozent. Nicht weiter verfolgt werden im Rahmen der Strategie die Indikatoren „Zins-Steuer-Quote“ und „Kreditfinanzierungsquote“.

Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt
2018 wurde die erste Nachhaltigkeitsstrategie mit inkludiertem Indikatorenbericht des Landes vom Kabinett verabschiedet. Die Strategie ist an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ausgerichtet und umfasst 28 Nachhaltigkeitsziele, die tatsächlich auch seitens des Landes beeinflussbar sind. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist auf den Internetseiten des Umweltministeriums abrufbar: [KLICK].

Bilder

Quelle: pixabay.com
Dieser Artikel wurde bereits 330 mal aufgerufen.

Werbung

Kommentare

  •  
    fiese Geldbeschaffung für´s Ausland schrieb um 21:29 Uhr am 22.09.2022:
    Die deutschen Bürger werden für´s Ausland ihres Geldes "beraubt":
    Bereits am 12.01.2017 konnte man im Handelsblatt lesen:
    >>Europa braucht mehr Geld- aber woher soll es kommen? Italiens früherer Premier Mario Monti hatte für die EU- Kommission in deren Auftrag finale Vorschläge erarbeitet und empfahl: in Frage käme eine “CO2- Abgabe”.<<

    Alle Verteuerungen seit 2021 haben wir dieser “CO2- Abgabe auf heiße Luft” zu verdanken.
    Diese wurde im sog. „Klimaschutzgesetz“ von 2019 von der vorigen “Bundesregierungs- GroKo” mit CDU/CSU/SPD und mit Zustimmung der Grünen vom Deutschen Bundestag verabschiedet.

    Seit dem 1.1.2021 ist sie leider verwirklicht und bringt keinen Mehrwert für den Bürger, sondern mindert seine hart erarbeiteten Einnahmen auf perfide Art und Weise.
    Damit werden stetig alle Heiz- und Brennstoffe, Kraftstoffe und die Betriebskosten der Mieter teurer.
    Und ab dem 1.1.2022 kam die nächste Erhöhungsstufe der „CO2- Abgabe auf heiße Luft”, die eine zusätzliche Erhöhung auf alle Heiz- und Brennstoffe, Kraftstoffe aufschlägt und die Betriebskosten der Mieter nochmals verteuert.
    •  
      Torsten B. schrieb um 19:23 Uhr am 22.09.2022:
      Das CO2 klimaschädlich ist wird generell von sog. Pseudowissenschaftlern vorgetragen und ist mehr als umstritten. Auch die ganze CO2 Abgabe ist ein regelrechter Ablasshandel um Steuereinnahmen zu regenerieren, mehr nicht. Schon komisch, daß der CO2 Ausstoß während des Lockdown, wo Autos, LKWs, Flugzeuge, Schiffe uvm. weltweit stillstanden, noch angestiegen ist. Was wissen wir also, eigentlich nichts. Diese Wahrheiten werden bewusst verschwiegen. Weitaus besser und sinnvoller wäre es den brasilianischen Urwald, als grüne Lunge von Mutter Erde, nicht sinnlos Jahr für Jahr weiter abzuholzen. Nun ja, wo grün draufsteht ist nicht immer grün drin, außer es geht um Waffen für die Ukraine.