Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist gestartet

Seit dem 6. August ist der Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt freigeschaltet. Das Frage-und-Antwort-Tool der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) soll Wählerinnen und Wählern eine Orientierung bieten und ihnen ermöglichen, die eigene politische Position mit den Standpunkten der zur Wahl zugelassenen Parteien zu vergleichen.
Das Prinzip ist einfach, insgesamt 38 Thesen werden nacheinander angezeigt. Die Nutzerinnen und Nutzer können jeweils mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ antworten. Alternativ lässt sich eine These überspringen. Die Antworten werden anschließend mit den Positionen der ausgewählten Parteien abgeglichen. Daraus errechnet der Wahl-O-Mat den Grad der Übereinstimmung und zeigt die Parteien entsprechend ihrer Nähe zur eigenen Position an.
Eigene Schwerpunkte setzen
Nicht jede politische Frage ist für jeden Menschen gleich wichtig. Deshalb können Nutzerinnen und Nutzer nach der Beantwortung der Thesen einzelne Aussagen gewichten. Dazu wird der Kreis neben einer These ausgewählt. Eine gewichtete These fließt doppelt in die Berechnung des Ergebnisses ein.
Die Antworten können außerdem jederzeit verändert werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wie sich eine andere persönliche Einschätzung oder Gewichtung auf das Ergebnis auswirkt.
Auch die Auswahl der Parteien ist flexibel. Für die Auswertung können einzelne Parteien oder alle zugelassenen Parteien ausgewählt werden. Die Auswahl lässt sich anschließend beliebig oft verändern, ohne die 38 Thesen erneut beantworten zu müssen.
Das Ergebnis ist mehr als eine Rangliste
Im Ergebnis werden die ausgewählten Parteien nach der Übereinstimmung mit der eigenen Position geordnet. Ein Balkendiagramm macht den Grad der Übereinstimmung sichtbar. Ein Klick auf den jeweiligen Parteinamen führt zu einer Kurzbeschreibung.
Der Wahl-O-Mat bietet jedoch weitere Möglichkeiten, die politischen Positionen genauer zu untersuchen. Unter „Tuning“ können die eigenen Antworten und Gewichtungen verändert und die Auswirkungen unmittelbar beobachtet werden. Außerdem lässt sich festlegen, ob das Ergebnis beispielsweise mit allen Parteien, nur mit den im Landtag vertretenen Parteien oder mit einer persönlichen Auswahl verglichen werden soll.
Im „Parteienvergleich“ können bis zu drei Parteien miteinander verglichen werden. Nutzerinnen und Nutzer sehen dabei, bei welchen Thesen die Parteien übereinstimmen oder unterschiedliche Positionen vertreten. Auf Wunsch kann auch die eigene Position in den Vergleich aufgenommen werden.
Parteibegründungen im Detail
Wer sich nicht nur für das Ergebnis, sondern für die Argumente hinter den Antworten interessiert, findet unter „Begründungen“ die Positionen und Erläuterungen der Parteien zu den einzelnen Thesen. Die Parteien werden entsprechend ihrer Antworten auf die jeweilige Aussage geordnet. Unter „Standpunkte“ können dagegen sämtliche Positionen und Begründungen einer ausgewählten Partei zu allen 38 Thesen aufgerufen werden. Ergänzend stehen wissenschaftlich erstellte Kurzprofile der Parteien zur Verfügung. Sie geben einen Überblick über deren programmatische Positionen zu gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Grundfragen.
Weitere Informationen zu den Parteien bietet das Angebot „Wer steht zur Wahl?“ der Bundeszentrale für politische Bildung: [LINK]
Wahl-O-Mat auch als App verfügbar
Der Wahl-O-Mat kann nicht nur über die Website, sondern auch mobil genutzt werden. Für iPhone und Android steht eine App zur Verfügung. Die Website ist zudem für die Nutzung auf mobilen Geräten optimiert.
Link zum Wahl-O-Mat: [LINK]
Was die Forschung über die Nutzung sagt
Die Nutzung des Wahl-O-Mat wird wissenschaftlich begleitet. Eine zufällige Auswahl der Nutzerinnen und Nutzer erhält nach Abschluss des Angebots die Möglichkeit, an einer Umfrage der Wahl-O-Mat-Forschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf teilzunehmen. Unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Marschall werden dabei unter anderem die Motive für die Nutzung und die Erkenntnisse untersucht, die Nutzerinnen und Nutzer aus dem Angebot ziehen.
Die bisherigen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Wahl-O-Mat vor allem zur Überprüfung der eigenen politischen Haltung genutzt wird. Mehr als 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer haben demnach bereits vor der Nutzung eine relativ klare Position zur eigenen Wahlentscheidung. Etwa die Hälfte möchte mithilfe der Thesen den eigenen Standpunkt überprüfen. Rund jeder achte Nutzer verwendet den Wahl-O-Mat zur Orientierung bei der Wahlentscheidung, während etwa jeder Zehnte vor allem mehr über die Positionen der Parteien erfahren möchte.
Auch die Wirkung des Angebots wurde untersucht. Rund 70 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer geben demnach an, durch den Wahl-O-Mat die Unterschiede zwischen den Parteien besser zu erkennen. Bei Landtagswahlen werden zudem viele Nutzer auf landespolitische Themen aufmerksam. Rund 60 Prozent fühlen sich durch das Angebot motiviert, sich anschließend weiter politisch zu informieren.
Der Wahl-O-Mat kann damit eine erste Orientierung vor der Wahl bieten. Er ersetzt allerdings nicht die ausführliche Auseinandersetzung mit Wahlprogrammen und den politischen Positionen der Parteien. Sein Vorteil liegt vor allem darin, unterschiedliche Positionen anhand konkreter Thesen schnell sichtbar und vergleichbar zu machen.
Hinweis: Politische Pressemitteilungen gibt der Meetingpoint als Komplettzitate wieder; unsere Leser sollen sich eine eigene Meinung zu den Äußerungen unserer Politiker machen – ohne wertende Meinungen der Redaktion. Die Redaktion distanziert sich ausdrücklich von den zitierten Inhalten/Aussagen und macht sie sich nicht zu eigen.




