AfD im Jerichower Land deutlich vorn

Jerichower Land: AfD verdoppelt ihren Zweitstimmenanteil nahezu
Die Landtagswahl 2026 hat die politischen Kräfteverhältnisse im Landkreis Jerichower Land deutlich verändert. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erreicht die AfD bei den Zweitstimmen 42,2 Prozent und liegt damit mit großem Abstand vor der CDU, die auf 19,1 Prozent kommt. Die CDU war 2021 noch mit 39,6 Prozent stärkste Kraft im Landkreis. Damit gewinnt die AfD im Vergleich zur Landtagswahl 2021 21,2 Prozentpunkte hinzu. Die CDU verliert dagegen 20,5 Prozentpunkte.
Auch bei den übrigen Parteien ergeben sich Veränderungen: Die Grünen steigern ihren Zweitstimmenanteil von 4,3 auf 7,8 Prozent (+3,5 Prozentpunkte). Die Linke kommt auf 7,2 Prozent und verliert damit 3,2 Punkte. Die SPD legt leicht von 9,3 auf 9,9 Prozent zu (+0,6). Die FDP fällt von 5,8 auf 3,3 Prozent (-2,5 Prozentpunkte). Das erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angetretene BSW erreicht im Jerichower Land 5,7 Prozent. Die Angaben für 2021 stammen aus dem endgültigen Ergebnis des Statistischen Landesamtes; die Werte für 2026 aus dem vorläufigen Ergebnis beziehungsweise den vorliegenden Vergleichsdarstellungen.
Auch bei den Erststimmen deutlicher Wechsel
Noch stärker zeigt sich der Wandel bei den Erststimmen. Die AfD kommt im Landkreis auf 41,2 Prozent. 2021 waren es 21,9 Prozent – ein Zuwachs von 19,3 Prozentpunkten. Die CDU erreicht 2026 noch 30,2 Prozent der Erststimmen. Gegenüber den 36,4 Prozent von 2021 entspricht das einem Minus von 6,2 Prozentpunkten. Die SPD verliert ebenfalls deutlich und kommt auf 8,7 Prozent nach 12,8 Prozent im Jahr 2021. Die Linke liegt bei 10,3 Prozent, die FDP bei 5,9 Prozent und die Grünen bei 3,7 Prozent.
Damit ist die AfD nicht nur bei den Zweitstimmen stärkste Kraft im Landkreis, sondern stellt auch sämtliche Direktgewinner in den drei relevanten Wahlkreisen.
Drei Direktmandate gehen an die AfD
Im Wahlkreis 5 Genthin setzte sich AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit 49,0 Prozent der Erststimmen durch. Er lag damit deutlich vor dem CDU-Bewerber Thomas Staudt, der auf 24,0 Prozent kam. 2021 hatte Staudt den Wahlkreis noch mit 31,3 Prozent gewonnen, Siegmund war damals mit 26,6 Prozent Zweiter geworden.
Im Wahlkreis 6 Burg gewann Jan Scharfenort (AfD) das Direktmandat. Er erreichte 42,6 Prozent der Erststimmen. Damit kehrt sich auch hier das Ergebnis von 2021 um: Damals hatte der CDU-Bewerber Markus Kurze den Wahlkreis mit 38,5 Prozent gewonnen; Scharfenort kam für die AfD auf 20,6 Prozent.
Der Wahlkreis 23 Zerbst wird künftig von Phillipp-Anders Rau (AfD) direkt vertreten. Rau erhielt 48,1 Prozent der Erststimmen und damit 14.138 Stimmen. Der Wahlkreis umfasst neben Gemeinden im Landkreis Anhalt-Bitterfeld auch die Stadt Gommern aus dem Jerichower Land.
Damit gehen alle drei Direktmandate, die für den Landkreis Jerichower Land relevant sind, an die AfD. Landesweit gewann die AfD 38 der 41 Wahlkreise; die CDU, die 2021 noch 40 Direktmandate gewonnen hatte, ging diesmal leer aus.
Fazit
Das vorläufige Ergebnis zeigt für den Landkreis Jerichower Land einen markanten politischen Umbruch. Die AfD hat ihren Zweitstimmenanteil gegenüber 2021 mehr als verdoppelt und liegt mit 42,2 Prozent deutlich vor der CDU. Gleichzeitig verliert die CDU mehr als die Hälfte ihres damaligen Zweitstimmenanteils. Bei den Direktmandaten ist der Wechsel ebenfalls vollständig: Siegmund in Genthin, Scharfenort in Burg und Rau in Zerbst (Stadt Gommern) gewinnen ihre Wahlkreise für die AfD.
Das landesweite Ergebnis steht unterdessen ebenfalls im Zeichen dieses Wandels: Die AfD erreichte 43,8 Prozent der Zweitstimmen, die CDU 17,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent.




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