Landtagswahl 2026: Natalie Winzenhöller (Die Linke) im Gespräch

Natalie Winzenhöller
Foto: Die Linke
Natalie Winzenhöller Foto: Die Linke

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.

Heute beantwortet Natalie Winzenhöller (Die Linke) unsere Fragen. Sie kandidiert im Wahlkreis 23, Region Gommern.

1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Mein Name ist Natalie Winzenhöller und ich bin die Direktkandidatin in Wahlkreis 23 für die Partei Die Linke. Als junger Mensch im Bundesland mit dem höchsten Altersdurchschnitt möchte ich mich dafür einsetzen, dass Jugendliche und junge Erwachsene eine Perspektive in Sachsen-Anhalt haben. Damit sie sich entscheiden zu bleiben, braucht es gute Bildung, Freizeitangebote wie Jugendclubs und genügend Arbeitsplätze.

2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Ich kandidiere, weil die Personengruppe der Frauen unter 30 in den Parlamenten unterrepräsentiert ist und weil das Thema Umweltschutz öffentlich kaum noch besprochen wird. Dieses ist für mich ebenfalls sehr eng an das Überthema „Perspektiven für junge Menschen schaffen“ geknüpft.

3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit dem höchsten Altersdurchschnitt im Bund und hat gleichzeitig eine der höchsten Armutsgefährdungsquoten in Deutschland. Junge, gut ausgebildete Menschen gehen weg. Das müssen wir ändern, indem wir ihnen eine Perspektive bieten.

4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
1. Ich möchte ein kostenloses Schüler:innen-, Azubi-, Freiwilligendienstleistende-, Studierenden- und Sozialticket durchsetzen.
2. Sanierungen und Heizungswechsel müssen sozial gerecht vom Land unterstützt werden, damit notwendige Umbaumaßnahmen für Alle stemmbar sind.
3. Ich möchte ein Landesförderprogramm, das Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützt, die die Städte und Ortschaften widerstandsfähiger gegen Extremwetterereignisse macht.


5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Da ist viel zu tun. Die Kommunen brauchen mehr Geld, um Kindertagesstätten bei sinkenden Kinderzahlen erhalten oder die Kinderbetreuung sogar kostengünstiger anbieten können. Auch braucht es mehr Fahrradwege, beispielsweise von Leitzkau nach Zerbst oder von Vehlitz nach Möckern. Der weitere Ausbau der Radwege ist essenziell, um umweltfreundliche, kostengünstige und sichere Mobilität gewährleisten zu können.

6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Mein großes Herzensthema ist der Umweltschutz. Ein gutes Leben für unsere Kinder und Enkelkinder ist nur möglich, wenn wir ihnen saubere Luft, gesunde Böden und florierende Wälder hinterlassen. Natürlich ist das ein Thema, das global gelöst werden muss, aber manche Themen, wie zum Beispiel die Sicherstellung und Rekultivierung von Altdeponien, können wir auch in Sachsen-Anhalt angehen.

7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Als Frau unter 30 repräsentiere ich eine Personengruppe, die zurzeit im Landtag von Sachsen-Anhalt gar nicht vertreten ist. Das möchte ich ändern.

8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Ich würde mir einen noch stärkeren Fokus auf die Themen Frieden und Antimilitarismus wünschen.

9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
Sofern man sich auf gewisse grundlegende Inhalte einigen kann, bin ich immer bereit, in die Diskussion zu gehen. Gleichzeitig kann man nicht jeden Menschen davon überzeugen, für seine eigenen Interessen zu kämpfen und das muss ich dann akzeptieren.

10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …
... wenn alle Menschen in physischer, psychischer und finanzieller Sicherheit leben können und mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt gezogen sind als aus Sachsen-Anhalt weg.

Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Die meiste Zeit verbringe ich wie die meisten Menschen auf der Arbeit. Danach findet man mich meist strickend und teetrinkend auf meiner Couch. Ich gehe außerdem gerne Laufen und nehme Gesangsunterricht.

12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Ich zitiere gerne sinngemäß aus Jean-Philippe Kindlers „Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf“, das ich zwar bereits vor längerer Zeit gelesen habe, das aber eine leicht nachvollziehbare Kritik an der Überindividualisierung von beinahe allen Problemen liefert, die unsere Gesellschaft heutzutage hat. Ich kann es jeder Person empfehlen, die sich bisher noch nicht an politische Sachbücher herangetraut hat.

13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Dass ich es nach recht kurzer Zeit im Laufsport geschafft habe, meinen inneren Schweinehund zu besiegen, mir eine Routine anzugewöhnen und konsequent dreimal pro Woche laufen zu gehen.

14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Nachteule?
Kaffee als Frühaufsteherin am Morgen, Kräutertee zum Abschalten am Abend.

Natalie Winzenhöller
Foto: Die Linke
Natalie Winzenhöller Foto: Die Linke
Grafik: KI-generiert
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Wahlkreis 23
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Kommentare (1)

Fragender01.09.2026, 12:41
Guten Tag Frau Winzenhöller, beim recherchieren erfährt man, dass Sie in Bayern zur Schule gegangen sind. Deshalb meine Fragen. Wo sind Sie geboren und aufgewachsen? Was haben Sie bisher gearbeitet? Vielen Dank für eine Antwort.