Landtagswahl 2026: Luise Globig (Bündnis 90/Die Grünen) im Gespräch

Luise Globig
Foto: Die Grünen
Luise Globig Foto: Die Grünen

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.

Heute beantwortet Luise Globig (Bündnis 90/Die Grünen) unsere Fragen. [Sie kandidiert im Wahlkreis 23, Region Gommern.

1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin Luise Globig, 33 Jahre alt, staatlich anerkannte Erzieherin und lebe im Zerbster Ortsteil Steutz. Ich arbeite im Schichtdienst in einer Wohngruppe und engagiere mich ehrenamtlich für Demokratie, Vielfalt sowie mehr Teilhabe und Mitbestimmung – gerade im ländlichen Raum. Ich kenne viele der Probleme, über die Politik spricht, nicht nur aus Sitzungen, sondern aus meinem eigenen Alltag und möchte, dass Menschen stärker mitentscheiden können, wie ihre Orte und ihr Leben gestaltet werden.

2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Ich kandidiere dir den Landtag in Sachsen-Anfang, weil ich möchte, dass Teilhabe und Mitbestimmung auch im ländlichen Raum selbstverständlich sind – und zwar für alle Menschen, unabhängig davon, woher sie kommen, wie viel Geld sie haben oder wen sie lieben. Gerade auf dem Land entsteht oft der Eindruck, Politik werde irgendwo in der Stadt für die Stadt gemacht und man selbst könne ohnehin nichts verändern. Das stimmt nicht. Politik beginnt vor der eigenen Haustür, und Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen erleben, dass ihre Stimme etwas bewirken kann. Diese Perspektive und die Vielfalt unseres ländlichen Raums möchte ich im Landtag vertreten.

3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Sachsen-Anhalt steht vor großen Herausforderungen – vom Fachkräftemangel über den demografischen Wandel bis zur Sicherung unserer Infrastruktur. Gleichzeitig haben wir unglaublich viele Stärken: engagierte Menschen, lebendige Vereine, starke Unternehmen, wunderschöne Natur, kreative Ideen und Orte, in denen Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Wir dürfen uns unser Land nicht von Rechtsextremen und Nazis durch Angst und Hass kaputtreden, vereinnahmen und entzweien lassen. Die große Aufgabe der nächsten Jahre ist deshalb für mich, unsere Chancen zu nutzen und gemeinsam ein Sachsen-Anhalt zu gestalten, in dem Menschen gerne leben und an seine Zukunft glauben.

4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
Erstens möchte ich Bildung und Chancengleichheit stärken – von der Kita über Schule und Ausbildung bis zum lebenslangen Lernen. Gute Bildung darf nicht vom Elternhaus, vom Geldbeutel oder von der Postleitzahl abhängen.
Zweitens brauchen wir endlich eine verlässliche Mobilität im ländlichen Raum. Bus, Bahn, Rufbus und sichere Radwege müssen echte Alternativen sein – auch für Jugendliche, ältere Menschen und Menschen im Schichtdienst.
Drittens möchte ich Beteiligung und Demokratie stärken. Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen mehr Möglichkeiten bekommen, Entscheidungen vor Ort tatsächlich mitzugestalten. Demokratie darf nicht nur alle paar Jahre auf dem Wahlzettel stattfinden.


5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Ich möchte mich für eine verlässliche wohnortnahe medizinische Versorgung und insbesondere für den Erhalt des Krankenhauses in Zerbst einsetzen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist für mich unsere Elbe mit ihren Auen. Der Wasserhaushalt unserer Region, sinkende Grundwasserstände und der Zustand der Auen betreffen Natur, Landwirtschaft und die Menschen, die hier leben. Ich möchte, dass der Schutz und die Renaturierung der Elblandschaft stärker vorangebracht werden.
Und ich möchte, dass Kinder und Jugendliche in unseren Städten und Dörfern mehr Räume, Angebote und echte Mitbestimmung bekommen. Wer möchte, dass junge Menschen hierbleiben oder später zurückkommen, muss ihnen schon heute zeigen, dass ihre Meinung zählt.


6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Bildung, Teilhabe und echte Chancengleichheit liegen mir besonders am Herzen. Als Erzieherin erlebe ich jeden Tag, wie entscheidend die Bedingungen in Kindheit und Jugend für das weitere Leben sind. Welche Chancen ein Mensch bekommt, darf nicht von Herkunft, Elternhaus, Geschlecht, Geldbeutel oder Postleitzahl abhängen. Bildung bedeutet für mich deshalb viel mehr als Schule: Sie eröffnet Möglichkeiten, schafft Selbstvertrauen und ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, das eigene Leben und unsere Gesellschaft mitgestalten zu können.

10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …
… alle Menschen hier gut und gerne leben können, Bildung, Teilhabe und Chancen nicht von Herkunft, Elternhaus, Geschlecht, Geldbeutel oder Postleitzahl abhängen, Tiere und Natur besser geschützt werden und eine lebendige Demokratie dafür sorgt, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, unsere gemeinsame Zukunft mitzugestalten.

Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Ganz ohne Politik ist das schwierig – irgendwie ist ja fast alles politisch. Aber ich fahre sehr gern Fahrrad und Kanu, gehe schwimmen und campen, besuche Freundinnen und Freunde und reise besonders gern mit dem Zug durch Europa. Ich mag es, unterwegs zu sein, neue Orte kennenzulernen und genauso gern irgendwo an der Elbe einfach mal einen Abend draußen zu verbringen.

12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Zuletzt hat mich Little Dreamers – Visionäre Frauen aus der ganzen Welt von Vashti Harrison besonders beeindruckt. Das Buch erzählt die Geschichten von Frauen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Zeiten, deren Ideen, Entdeckungen und Leistungen unsere Welt verändert haben. Besonders gefällt mir, dass Frauen sichtbar werden, die in der klassischen Geschichtsschreibung oft viel zu wenig vorkommen. Gerade für Kinder und junge Menschen sind vielfältige Vorbilder wichtig, weil sie zeigen: Wer unsere Gesellschaft prägen, forschen, erfinden oder verändern kann, ist nicht auf ein bestimmtes Geschlecht, eine Herkunft oder einen Lebensweg festgelegt.

13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Auf meine Arbeit als Erzieherin und auf das Vertrauen, das junge Menschen mir entgegenbringen. Gerade in einer Wohngruppe begleitet man Kinder und Jugendliche nicht nur an den einfachen Tagen, sondern auch dann, wenn es schwierig wird. Zu erleben, dass Verlässlichkeit, Geduld und echtes Zutrauen einen Unterschied im Leben eines jungen Menschen machen können, bedeutet mir sehr viel.

Luise Globig
Foto: Die Grünen
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Grafik: KI-generiert
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Wahlkreis 23
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