Landtagswahl 2026: Gerry Weber (parteilos) im Gespräch

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.
Heute beantwortet Gerry Weber (parteilos) unsere Fragen. Er kandidiert im Wahlkreis 6, Region Burg.
1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin Gerry Weber, bodenständiger Unternehmer aus Burg und seit Anfang der 1990er-Jahre erfolgreich in der freien Wirtschaft sowie seit vielen Jahren leidenschaftlich in der Kommunalpolitik aktiv. Mein Lebensmittelpunkt ist dort, wo das echte Leben stattfindet: direkt unter den Bürgerinnen und Bürgern, Gästen und Kunden unseres Wahlkreises. Als unabhängiger und parteiloser Kandidat trete ich an, um den Menschen im Landtag eine ehrliche Stimme zu geben, die sich ausschließlich an Sachthemen und gesundem Menschenverstand orientiert.
2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Weil die Rezepte von gestern die Probleme von heute nicht mehr lösen und der Frust über leere Wahlversprechen der etablierten Parteien auch meine persönliche Geduld erschöpft hat. Ich will nicht länger zusehen, wie gute, praxisnahe Ideen von der Basis in einer lähmenden Bürokratie ersticken, während Berufspolitiker sich in Magdeburg oft nur noch um Posten und Pfründe kümmern. Ich kandidiere, um als unbestechliche Kontrollinstanz der Regierung zu wirken und dafür zu sorgen, dass endlich wieder Politik für die Macher und Bürger vor Ort gemacht wird.
3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Die größte Herausforderung ist das tiefe Vertrauensdefizit zwischen den Bürgern und der Politik, gepaart mit einer überbordenden Bürokratie, die unseren Mittelstand und die Kommunen handlungsunfähig macht. Wenn wir es nicht schaffen, den bürokratischen Wasserkopf drastisch zu reduzieren, verlieren wir den Anschluss als Wirtschaftsstandort und treiben die Menschen weiter in die Politikverdrossenheit.
4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
• Radikaler Bürokratieabbau: Gesetzliche Hürden und Auflagen für den Mittelstand, das Handwerk und Neugründer müssen massiv vereinfacht werden.
• Stärkung der inneren Sicherheit im ländlichen Raum: Mehr Polizeipräsenz und eine bessere materielle Ausstattung vor Ort statt eines staatlichen Rückzugs aus der Fläche.
• Begrenzung der Amtszeit für Landtagsabgeordnete: Eine gesetzliche Deckelung auf maximal zwei bis drei Legislaturperioden, um das Entstehen von abgehobenen Berufspolitikern dauerhaft zu verhindern.
5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Ich will, dass die Gemeinden Burg, Möser, Möckern und Biederitz eine unüberhörbare Stimme in Magdeburg erhalten, die reale Ergebnisse liefert, anstatt dass nur zu Einweihungen rote Bänder durchschnitten werden. Konkret geht es mir um den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, die spürbare Unterstützung unserer lokalen Gewerbetreibenden und die Garantie, dass kein staatliches Angebot – von der Polizeistation bis zum Bürgerservice – weiter aus der Fläche abgezogen wird.
6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Das enge Zusammenspiel aus wirtschaftlicher Vernunft und echtem Naturschutz. Als Unternehmer weiß ich, dass wir eine starke Wirtschaft brauchen, um Wohlstand zu sichern – aber als Naturfreund, der einst im Bienenkostüm nach Magdeburg lief, um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen, weiß ich auch, dass wir unsere ländliche Heimat für kommende Generationen bewahren müssen.
7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Ich bin kein Parteisoldat, der im Elfenbeinturm beschlossene Programme abnickt, um den nächsten Listenplatz zu sichern, sondern ich habe meine Hunderten Wahlplakate im Wahlkreis noch selbst sportlich aufgehängt. Ich bringe über 30 Jahre echte Berufserfahrung aus der freien Wirtschaft mit, bin finanziell unabhängig und kann es mir leisten, im Landtag absolut unbequem, ehrlich und transparent zu sein.
8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Da ich bewusst als parteiloser und unabhängiger Kandidat antrete, bin ich keinem Parteiprogramm und keinem Fraktionszwang unterworfen. Genau das sehe ich kritisch bei den Mitbewerbern: Das starre Abstimmungsverhalten nach Parteibuch verhindert im Landtag oft die besten Lösungen für unser Land. Für mich gilt ein klares Versprechen an die Bürgerinnen und Bürger: Sind es kluge und sinnvolle Anträge, werde ich diese konsequent unterstützen – völlig egal, aus welcher politischen Ecke sie kommen. Sacharbeit für unsere Heimat steht für mich ab Tag eins über der Parteiarbeit.
9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
Mit dem größten Respekt und auf Augenhöhe – so wie ich es auch bei meinen vielen Gesprächen im Wahlkreis oder im täglichen Kundenkontakt erlebe. Demokratie lebt vom offenen, harten, aber immer sachlichen und hassfreien Dialog; wer zuhört und versteht, findet am Ende im direkten Gespräch meistens eine vernünftige Lösung.
10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …
… der gesunde Menschenverstand das Parteibuch abgelöst hat, der Mittelstand wieder ohne bürokratische Fesseln arbeiten kann, unsere Bürger sich in jeder Gemeinde sicher fühlen und die Politik wieder dauerhaft den Menschen zuhört – nicht erst wenige Wochen vor einer Wahl.
Persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Trotz der knappen Zeit im unternehmerischen und politischen Alltag steht meine Familie – meine Partnerin und meine zwei Söhne – für mich immer an erster Stelle. Zudem verbringe ich jede freie Minute im Grünen, kümmere mich um unsere Hühner und die Katze oder tauche in mein historisches Archiv ab, um in Schriften zu lesen, die älter als 300 Jahre sind.
12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Zuletzt hat mich die Biografie von Rudi Carrell stark beeindruckt – das Lebenswerk eines Mannes, der die Menschen jahrzehntelang mit echtem Handwerk, Leidenschaft und Humor begeistert hat, ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Einen faszinierenden Kontrast dazu bieten mir die Originaldokumente in meinem privaten Archiv: Das Lesen jahrhundertealter Schriften rückt die oft kurzatmigen Debatten der Gegenwart in eine ganz neue, erdende Perspektive.
13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf das verlässliche Fundament in meinem Leben – meine Familie, die mir den Rücken freihält, und mein seit Anfang der 1990er-Jahre erfolgreich geführtes Unternehmen. Zudem erfüllt es mich mit Stolz, dass ich trotz meines enormen Arbeitspensums und mit weit über 50 Jahren voll im Leben stehe und noch immer fit wie ein Turnschuh bin. Es zeigt mir jeden Tag, dass sich die Energie, die ich in meine Arbeit und in unsere Heimat stecke, auch im Privaten auszahlt.
14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Langschläfer?
Kaffee und Nachteule: Ein guter, starker Kaffee ist mein treuer Begleiter durch den Tag und besonders in den späten Stunden. Als selbstständiger Unternehmer und politischer Vordenker bin ich ein klassischer Spätarbeiter – eine Nachteule, die die Ruhe des Abends und der Nacht gezielt nutzt, um komplexe Sachthemen tiefgründig zu durchdringen, neue Konzepte für unseren Wahlkreis auszuarbeiten und kluge Pläne zu schmieden, wenn das reguläre Tagesgeschäft schweigt.


















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