Landtagswahl 2026: Rafael Rotermund (Die Linke) im Gespräch

Rafael Rotermund
Foto: Die Linke Sachsen-Anhalt
Rafael Rotermund Foto: Die Linke Sachsen-Anhalt

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.

Heute beantwortet Rafael Rotermund (Die Linke) unsere Fragen. Er kandidiert im Wahlkreis 6, Region Burg.

1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin Rafael Rotermund, Altenpfleger und Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 6. Ich kenne die Sorgen vieler Menschen aus meinem Beruf und nicht nur aus Statistiken oder Akten. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir mehr Menschen aus Ausbildungsberufen in unseren Parlamenten brauchen.

2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Ich kandidiere, weil ich die Stimme der Menschen stärken möchte, die unsere Gesellschaft jeden Tag am Laufen halten, in der Pflege, im Ehrenamt und in der sozialen Arbeit. Denn vom Balkon zu klatschen hat noch nie gereicht, um Probleme zu lösen.

3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Für mich ist die größte Herausforderung, die Gesundheitsversorgung auf dem Land zu sichern. Krankenhäuser schließen, Fachärzte fehlen und ambulante Pflegedienste arbeiten am Limit. Wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen, wird die Versorgung vieler Menschen immer schlechter.

4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
Ich möchte:
• Das Land soll die Investitionskosten in der stationären Pflege übernehmen, damit Pflegebedürftige entlastet werden.
• Die offene Kinder- und Jugendarbeit deutlich besser finanzieren, damit Jugendclubs und Streetworker ihre wichtige Arbeit leisten können.
• Die Kommunen bei der Ausstattung ihrer Feuerwehren stärker unterstützen, denn funktionierende Feuerwehren gehören zur Daseinsvorsorge.


5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Als wichtige Aufgaben für meinen Wahlkreis sehe ich eine moderne und bedarfsgerechte Ausstattung der Feuerwehren, eine deutlich bessere Finanzierung der offenen Jugendarbeit mit besonderem Augenmerk auf Streetwork und Jugendclubs sowie die perspektivische Überführung der Helios Klinik Jerichower Land zurück in kommunale Hand. Denn ich bin überzeugt: Mit unserer Gesundheit darf kein Gewinn erwirtschaftet werden.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, keine Insellösungen nur für meinen Wahlkreis zu schaffen. Ich möchte die Erfahrungen aus Burg, Möckern und den anderen Regionen Sachsen-Anhalts nutzen, um Lösungen zu entwickeln, von denen alle Landkreise profitieren.


6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Gesundheit und Pflege sind für mich die wichtigsten Themen. Jeder Mensch hat das Recht, im Krankheitsfall gut medizinisch versorgt zu werden. Und jeder Mensch verdient im Alter eine würdevolle Pflege, ohne Angst vor den Kosten haben zu müssen.

7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Ich habe mit der Altenpflege einen klassischen Ausbildungsberuf gelernt. Ich kenne viele Probleme aus meinem Berufsalltag und nicht nur aus Akten oder Sitzungen. Diese Erfahrungen möchte ich in den Landtag einbringen.

8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Ich bin froh, dass wir in meiner Partei unterschiedliche Meinungen offen diskutieren können. Entscheidend ist für mich aber, dass wir danach wieder zusammenfinden und gemeinsam daran arbeiten, die Probleme der Menschen im Alltag zu lösen.

9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
So wie bisher auch: Wir reden miteinander. Und manchmal gehört zu einem guten Gespräch auch, dass man am Ende feststellt, dass man unterschiedlicher Meinung bleibt.

10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …
... unsere Feuerwehren gut ausgestattet sind, junge Menschen überall Ansprechpartner und Unterstützung finden, wenn sie Hilfe brauchen, und pflegebedürftige Menschen die Versorgung erhalten, die sie benötigen.

Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Ich engagiere mich ehrenamtlich im Landesjugendwerk der AWO, fahre gerne Fahrrad oder gehe spazieren. Und auch wenn ich heute weniger Zeit dafür habe: Gaming gehört immer noch zu meinen Hobbys.

12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Mich hat zuletzt »Miteinander reden 1« von Friedemann Schulz von Thun beeindruckt. Das Buch erklärt komplexe Themen so verständlich, dass möglichst viele Menschen sie nachvollziehen können. Genau so sollte Kommunikation auch in der Politik funktionieren.

13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Ich bin stolz darauf, dass ich auch in schwierigen Situationen nicht aufgebe. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ziehe ich es durch und suche nach Lösungen.

14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Nachteule?
Tee/Nachteule

Rafael Rotermund
Foto: Die Linke Sachsen-Anhalt
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Grafik: KI-generiert
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Wahlkreis 6
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