Landtagswahl 2026: Elrid Pasbrig (SPD) im Gespräch

Elrid Pasbrig
Foto: SPD
Elrid Pasbrig Foto: SPD

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.

Heute beantwortet Elrid Pasbrig (SPD) unsere Fragen. Sie kandidiert im Wahlkreis 6, Region Burg.

1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin Elrid Pasbrig – neugierig auf Menschen, gern mittendrin und fest verwurzelt in Sachsen-Anhalt. Ich höre zu, frage nach und bleibe dran, wenn mir etwas wichtig ist – im Landtag genauso wie bei Gesprächen vor Ort. Politik ist für mich kein Selbstzweck: Ich möchte ganz konkret dazu beitragen, dass die Menschen hier gern leben, gute Chancen haben und sich auf ihre Heimat verlassen können.

2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Ich möchte mitgestalten. Aus vielen Gesprächen vor Ort weiß ich, was die Menschen bewegt – ob es um gute Schulen, ärztliche Versorgung, starke Dörfer, eine zukunftsfähige Landwirtschaft oder ganz einfach darum geht, dass Politik zuhört und erreichbar bleibt. Seit 2021 erlebe ich, dass ich etwas bewegen kann, wenn ich hartnäckig bleibe, Menschen zusammenbringe. Und genau das möchte ich weiter tun: mit anhaltender Neugier und politischer Erfahrung und mit einer klaren Stimme für das Jerichower Land und für Sachsen-Anhalt.

3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Diese Frage kann ich in zwei Dimensionen beantworten. Die eine betrifft unser gesellschaftliches Zusammenleben. Dabei ist die größte Herausforderung, dass wir als Gesellschaft wieder mehr miteinander reden. Dass wir andere Meinungen respektieren, diesen fachlich zustimmen oder diese kritisieren, ohne persönlich zu diskreditieren. Momentan scheint es, dass wir in einer gespaltenen Gesellschaft leben, deren Hälften diametral auseinander rennen. Wir sind aber alle Nachbarn und sollten daran arbeiten, niemanden auszugrenzen.
Sachlich politisch möchte ich die Frage damit beantworten, dass wir daran arbeiten müssen, gute Arbeitsplätze zu sichern, unsere Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Schule, Arzt, Bus und Einkauf auch auf dem Land erreichbar bleiben. Ich möchte, dass niemand das Gefühl bekommt: Wo ich lebe, entscheidet darüber, welche Chancen ich habe.


4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
Diese drei Projekte möchte ich als Erstes anpacken: Ich will ein kostenloses, gesundes Mittagessen für alle Kinder in Kitas und Schulen. Ich möchte unsere Landwirtschaft spürbar von unnötiger Bürokratie entlasten, damit Landwirtinnen und Landwirte wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben. Und ich will das Landesjagdgesetz gemeinsam mit Jägerschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz weiterentwickeln – mit praxistauglichen Regeln, einem vernünftigen Wildtiermanagement und einem fairen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen.

5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Vor allem möchte ich erreichen, dass das Leben hier attraktiv bleibt. Dazu gehören für mich eine verlässliche medizinische Versorgung, gute Schulen und Kitas sowie bessere und sichere Verbindungen zwischen unseren Orten – mit Bus, Bahn und einem gut ausgebauten Radwegenetz. Und ich will dafür sorgen, dass unsere Städte und Dörfer bei Investitionen nicht abgehängt werden, sondern gute Bedingungen für Familien, Unternehmen, Vereine und Ehrenamtliche bieten. Mir ist wichtig, dass man nicht erst nach Magdeburg schauen muss, um zu sehen, ob Politik funktioniert. Sie muss hier vor Ort funktionieren – in Burg genauso wie in Möser, Biederitz, Möckern und den vielen kleineren Orten unseres Wahlkreises.

6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Nach meinem Einsatz für eine starke Landwirtschaft, kommen direkt gute Schulen und Kitas, erreichbare medizinische Versorgung, verlässlicher Nahverkehr und lebendige Vereine.

7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Ich bin Frau, Mutter einer jugendlichen Tochter, die noch zur Schule geht, kenne den ländlichen Raum zwischen Biederitz und Zerbst aus dem Effeff und habe nach dem Abitur in Zerbst sofort ein Studium aufgenommen, wiederum danach direkt begonnen zu arbeiten – und das hat sich seitdem nie geändert.
Seit 27 Jahren bin ich für die Menschen in Sachsen-Anhalt tätig.
Der Unterschied zu anderen Kandidierenden könnte damit vor allem in der Verbindung aus Erfahrung, Bodenständigkeit und einem sehr praktischen Blick auf Politik liegen. Ich kenne politische Entscheidungen nicht nur aus dem Landtag. Ich habe vorher über 20 Jahre in Verwaltung, Wissenschaft und Politik gearbeitet und weiß deshalb, wie man aus einer guten Idee am Ende auch eine konkrete Entscheidung macht.
Gleichzeitig bin ich fest in unserer Heimat verwurzelt. Ich kenne die Herausforderungen unserer Dörfer und Städte aus dem Alltag und aus vielen Gesprächen vor Ort. Landwirtschaft, Schulen, medizinische Versorgung, Ehrenamt oder Mobilität sind für mich keine abstrakten Themen.


8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Die gibt es. Innerhalb der SPD kämpfe ich um eine andere Perspektive auf neue Züchtungsmethoden. Dabei kann ich sagen, dass wir in Sachsen-Anhalt sehr wissenschaftsaffin sind. In Sachsen-Anhalt ist das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben zu Hause. Dort wird seit Jahren erfolgreich an der Genschere geforscht. Ich bin davon überzeugt, dass genomische Verfahren bei der Züchtung zukünftiger Pflanzensorten unserer Landwirtschaft das Überleben sichern können. Aber in der Bundes-SPD lehnen wir diese Verfahren noch immer unter dem Motto „Gentechnik wollen wir nicht“ ab. Das ist unberechtigt, unzeitgemäß und überhaupt keine ostdeutsche Perspektive.

9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
Wir müssen wieder lernen, unterschiedliche sachliche Positionen von Personen zu trennen. Es ist absolut legitim, verschiedener Meinung zu sein. Wir sollten uns gegenseitig mit Respekt zuhören. Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedliche Auffassungen haben und dass wir trotzdem miteinander im Gespräch bleiben. Gerade in Zeiten, in denen politische Debatten immer härter werden, ist mir wichtig: Wir können hart in der Sache streiten, ohne den Respekt voreinander zu verlieren oder die anderen zu beleidigen. Und danach sollten wir gemeinsam einen Kaffee trinken.

10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …
... es sich autark selbst mit Strom versorgen kann; Land- und Forstwirtschaft aufgrund hoher Automatisierungsquoten und KI-Unterstützung präzise, nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich arbeiten; kleine KITAs weiterhin geöffnet sind und kleine Schulen Kinder unterrichten können, weil unter anderem Unterrichtsstunden live von anderen Schulstandorten übertragen werden; autonom fahrende Busse nach Bedarf den ÖPNV abdecken.

Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Dann steht meine Familie an oberster Stelle. Und wenn ich etwas Gutes nur für mich tun will, gehe ich Rudern oder Golf spielen. Und auch in dieser Saison habe ich wieder eine Dauerkarte für den 1. FCM.

12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Zuletzt habe ich die Bücher von Juli Zeh und Miriam Georg verschlungen. Erstere schreibt zeitgenössisch und mit deren Geschichten aus den brandenburgischen ländlichen Regionen kann ich mich super identifizieren. Zweitere schreibt historische Romane, bei denen ich sehr gut abschalten kann.

13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Außerhalb der Politik bin ich darauf stolz, was wir als Familie aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Meine Mami hat mich allein erzogen und mir ermöglicht, mich von meinen Interessen leiten zu lassen. Ich habe zu einer Zeit Politikwissenschaft studiert, als die meisten Absolventen nach dem Studium Taxifahrer wurden, weil keine Jobmöglichkeiten vorhanden waren. Ich konnte neugierig sein und sehr viele Dinge erleben, die mir heute Orientierung geben. Durch längere Auslandsaufenthalte in Großbritannien, Norwegen und Aserbaidschan habe ich ein klareres Verständnis für meine eigene Identität und Herkunft erlangen können. Und ich bin noch immer ungeheuer neugierig und lerne dadurch täglich weiter dazu.

14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Nachteule?
Kaffee; mittlerweile Nachteule.

Elrid Pasbrig
Foto: SPD
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Grafik: KI-generiert
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Wahlkreis 6
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