Landtagswahl 2026: Alexander Michael (Bündnis 90/Die Grünen) im Gespräch

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.
Heute beantwortet Alexander Michael (Bündnis 90/Die Grünen) unsere Fragen. Er kandidiert im Wahlkreis 5, Region Genthin.
1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin 39 Jahre alt, seit 8 Jahren glücklich verheiratet und Vater zweier wundervoller Mädchen. Ich lebe schon immer in Sachsen-Anhalt und seit 1991 im Jerichower Land. Ich habe bei der Handwerkskammer Magdeburg meine Ausbildung als Elektrotechnikermeister absolviert und arbeite derzeit als Regionalleiter Vertrieb bei einem Systemhaus für sichere Infrastruktur.
2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Weil ich dem Bundesland, in dem ich seit meiner Geburt lebe, etwas zurückgeben möchte: die Arbeit für ein zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt, die Stärkung der Kommunen und die wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Landes steht für mich hierbei im Fokus.
3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Die Bildung einer tragfähigen und entscheidungskräftigen Regierung, die nicht durch wiederkehrenden Dissens blockiert wird, ist meiner Meinung nach der entscheidende Faktor, der darüber bestimmt ob Sachsen-Anhalt in den kommenden nicht nur fünf Jahren wirtschaftlichen Aufschwung und damit auch eine allgemeine Verbesserung der Lage aller Einwohnerinnen und Einwohner unser Landes erleben wird.
4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
1) Bildung einer Landesweiten „Umbauagentur“ nach dem Vorbild Münchens, diese soll leerstehende Büro- und Gewerbeflächen erfassen und Eigentümer beim Umbau dieser Flächen zu sozialem Wohnraum beraten und begleiten.
2) Antrag auf Änderung des Wahlrechts in Sachsen-Anhalt bei Landtags- und Kommunalwahlen. Ziel soll es sein das junge Menschen bereits ab dem 14 Lebensjahr wählen und ab 16 gewählt werden können. Junge Menschen sind die Zukunft unserer Gesellschaft und sollten daher auch verstärkt in die politische Willensbildung eingebunden werden.
3) Das Handwerk ist besonders in Sachsen-Anhalt das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. Wir müssen wieder mehr junge Menschen für das Handwerk und den Aufbau oder die Übernahme eines Handwerksbetriebes begeistern. Hierfür möchte ich auf eine landesweite Kampagne setzen die Vielfalt, Innovationskraft und Zukunftschancen im Handwerk sichtbar macht.
5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Grade im Bereich in und um Genthin ist die Sicherung der medizinischen Versorgung, egal ob haus- oder fachärztliche Betreuung oder die spezialisierte Notfallmedizin für mich eines der wichtigsten und drängendsten Themen. Zeitgleich muss dafür Sorge getragen werden, dass die Infrastruktur im Chemiepark Genthin gesichert wird um die aktuell gute Beschäftigungssituation weiter zu fördern.
6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Nachhaltiger und langfristiger Natur- und Klimaschutz liegt mir persönlich besonders am Herzen. Allein die letzten Wochen haben uns gezeigt welche verehrenden Auswirkungen der Menschengemachte Klimawandel mit sich bringt. Laut Robert-Koch-Institut gab es allein in der heißesten Woche diesen Jahres (22.-28-07.) schätzungsweise 9.600 Tote aufgrund der hohen Temperaturen von teilweise über 41°C. Zudem ist dies auch ein wirtschaftliches Thema: das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos hat für das Bundesarbeitsministerium berechnet das ein Tag mit Temperaturen über 30°C volkswirtschaftliche Kosten von ca. 431 Millionen Euro erzeugt. Steigen die Temperaturen über 35°C, wie es in diesem Jahr schon mehrfach der Fall war, steigen auch die Kosten: auf ca. 984 Millionen Euro. Pro Tag.
7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten meines Wahlkreises bin ich bisher weder kommunal noch landespolitisch eingebunden oder eingebunden gewesen. Ich bringe also einen frischen, unverfälschten Blick mit.
8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Ich sehe hier nicht unbedingt eine Kritik nur eine Erweiterung unserer Forderungen, wenn es um das Thema der Kindertagesstätten geht. Ich würde mir wünschen dass alle Kinder im Land einen Anspruch auf einen kostenfreien KiTa-Platz haben müssen. Ein Kind darf für die Eltern nicht zu einer finanziellen Belastung werden, wenn wir dem demografischen Wandel in unserem Land entgegen wirken wollen. Das hierfür eine adäquate Gegenfinanzierung von Nöten ist versteht sich von selbst damit die Kommunen mit dieser zusätzlichen finanziellen Belastung nicht alleingelassen werden.
9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
Das tue ich quasi jetzt schon jeden Tag. Zuhören ist dabei ein sinnvoller Weg. Es gibt gewisse Grenzen innerhalb der politischen Ansichten, über die man dann auch diskutieren kann und in den meisten Fällen stellen die Menschen dann auch fest, dass man in seinen Positionen gar nicht so weit entfernt voneinander ist, nur der Weg zur Zielerreichung ist manchmal ein wenig anders. Die wenigsten Menschen, mit denen ich mich unterhalte sind so festgefahren in ihren Positionen, das es ein Konsens unmöglich ist.
Es gibt allerdings auch Themen bei denen ich sehr gefestigte Meinung habe. Dies betrifft vor allem, aber nicht nur Menschenrechte, Gleichberechtigung und demokratische Grundprinzipien.
10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …“
... gezielte Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit, dafür gesorgt haben werden das es allen Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhaltern besser geht als heute.
Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
In meiner Freizeit gehe ich gerne Laufen, Fahrradfahren und ins Fitnessstudio. Ich lese gerne Science Fiction Romane, höre gerne Musik und besuche so oft es geht Festivals und Konzerte. Außerdem habe ich in der jüngeren Vergangenheit die Malerei mit Acryl und Aquarell für mich entdeckt… davon werde ich aber definitiv nie leben können.
12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Rebellion
13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal an der Magdeburger Firmenstaffel teilgenommen, und hatte eine gar nicht mal so schlechte Laufzeit.
14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Nachteule?
Kaffee, viel Kaffee… und Murmeltier mit seniler Bettflucht.


















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