Landtagswahl 2026: Timm Haußen (SPD) im Gespräch

Timm Haußen
Foto: SPD
Timm Haußen Foto: SPD

Landtagswahl 2026 – die Kandidaten im Gespräch
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Für unsere Kandidatenserie haben wir die Bewerberinnen und Bewerber aus unserem Verbreitungsgebiet mit einem einheitlichen Fragenkatalog konfrontiert.
Dabei geht es unter anderem um die politischen Ziele der Kandidatinnen und Kandidaten, wichtige Themen in den Wahlkreisen und ihre Vorstellungen für die kommende Legislaturperiode.

Heute beantwortet Timm Haußen (SPD) unsere Fragen. Er kandidiert im Wahlkreis 5, Region Genthin. 1. Bitte stellen Sie sich in drei Sätzen vor. Wer sind Sie und was sollten die Wählerinnen und Wähler über Sie wissen?
Ich bin Timm Haußen – Soldat, IT-Projektleiter und vor allem jemand, der lieber anpackt als redet. Ich habe zwei großartige Kinder, bin verrückt nach langen Läufen und sitze regelmäßig mit Menschen zusammen, um zu hören, was sie wirklich bewegt, um daraus meinen politischen Auftrag abzuleiten.

2. Warum kandidieren Sie für den Landtag von Sachsen-Anhalt?
Weil ich nicht nur zuschauen möchte. Letzte Woche war ich bei einem Handwerksbetrieb hier, der Mann verschwendet 30% seiner Zeit mit Behördenkram, statt Häuser zu bauen. Und eine Bekannte von mir fährt 40 Kilometer zum Dermatologen, weil hier keiner ist. Das ist nicht Pech, das ist schlechte langfristige Planung. Und das möchte ich ändern.

3. Welches ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren?
Dass gute Leute weggehen. Junge Eltern, Fachkräfte, Unternehmer schauen sich hier um, sehen Schulen die kämpfen, Ärzte die fehlen, Verwaltungen im Mittelalter, und denken: "Nein, wir versuchen es woanders." Und wer kann ihnen Unrecht geben? Wenn wir das nicht drehen, verlieren wir nicht nur Leute wir verlieren Zukunft.

4. Welche drei politischen Projekte möchten Sie als Erstes anpacken, wenn Sie gewählt werden?
Projekt 1: Verwaltung endlich digital machen, um damit Bürokratie abzubauen
Online-Antragsplattformen für alle wichtigen Behördengänge. Kindergartenplatz? Online beantragen in 15 Minuten statt drei Besuche. Gewerbe anmelden? Digital, mit Bestätigung am nächsten Tag statt zwei Wochen Warterei. Das ist keine Raketenwissenschaft andere Länder machen das vor. Das spart Bürgern Zeit und der Verwaltung Geld.
Projekt 2: Tarifverträge stärken, um sichere Arbeitsplätze schaffen
Öffentliche Aufträge des Landes nur an Betriebe vergeben, die Tarifverträge zahlen. Das ist wirksam. Ein Handwerksbetrieb der Tariflöhne zahlt, kann gute Fachkräfte halten und ausbilden. Wir investieren damit in Betriebe, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen. Das ist Arbeitsmarktpolitik mit Verstand.


Projekt 3: Polizei stärken, um Sicherheit spürbar zu machen
Mehr Polizeipräsenz vor Ort. Das heißt: Polizeiwachen in kleineren Städten personell stärken, Schichten so planen, dass es Streifenverkehr gibt. Wenn Bürger wissen, dass die Polizei sichtbar und erreichbar ist, sinkt Angst und Kriminalität.
Diese drei Sachen: Digital statt Papier, faire Löhne statt Dumpinglöhne, sichtbare Polizei statt Angst.


5. Was möchten Sie konkret für Ihren Wahlkreis erreichen?
Ich will, dass meine Kinder nicht in 15 Jahren sagen: "Papa, warum sind hier alle Ärzte weg?" Konkret: Kinderärzte halten, Hausarztpraxen unterstützen. Schulen so ausstatten, dass sie wirklich gut sind, nicht nur "noch offen". Und Handwerksbetrieben helfen zu wachsen, damit junge Leute hier Karriere machen können. Das Jerichower Land und die Altmark haben große Standortvorteile, wenn es um Wohnraum, niedrigen Mieten und geringe Grundstückspreise geht. Wir haben große Flächen mit guter Infrastruktur, an denen sich Unternehmen wieder ansiedeln können. Mein Ziel ist es, diese potentiale voll auszunutzen.

6. Welches politische Thema liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen – und warum?
Digitalisierung. Allerdings nicht als Selbstzweck. Ich bin IT-Projektleiter und sehe täglich wie schlechte Systeme Menschen frustrieren. Wenn die Gemeinde endlich ihre Systeme zusammenschließt, sparen wir nicht nur Steuergeld, sondern Bürger sparen Zeit, und die Verwaltung kann endlich Qualität liefern statt nur Verwaltung. Das ist keine Technologieromantik, das ist Menschenfreundlichkeit.

7. Worin unterscheiden Sie sich von den anderen Kandidatinnen und Kandidaten?
Ich bin weder Laufbahnpolitiker noch Lobbyist. Ich bin Soldat. Also gewohnt, Verantwortung zu tragen. Dazu bin ich IT-Fachmann, also kann ich Digitalisierung nicht nur versprechen, sondern weiß wie sie für Alt und Jung funktioniert. Und ich bin in der Kommunalpolitik aktiv. Also kenne ich nicht nur die großen Reden, sondern auch die nervige Realität. Diese Kombination haben die anderen nicht.

8. Gibt es eine politische Position Ihrer Partei, die Sie kritisch sehen oder anders gewichten würden?
Ja. Die SPD ist manchmal zu hart zu Unternehmern und Handwerkern. Die brauchen weniger Regeln, nicht mehr. Und bei Polizei und Sicherheit: Wir müssen klarer sagen, dass eine starke Polizei gut für alle ist. Das ist nicht reaktionär, das ist normal. Sicherheit ist wichtig.

9. Wie möchten Sie mit Menschen umgehen, die Ihre politischen Ansichten nicht teilen?
Mit echtem Interesse. Wenn jemand sagt "Timm, ich vertrau deinem SPD kram nicht", dann will ich verstehen warum. Vielleicht hat er recht. Politik ist kein Fußballspiel mit Gewinnern und Verlierern, es ist ein Zusammenleben. Und Zusammenleben funktioniert nur wenn man auch zuhört, nicht nur redet.

10. Vervollständigen Sie den Satz: „Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2031 für mich erfolgreich, wenn …“
meine Kinder später nicht überlegen müssen, ob sie wegen eines guten Jobs wegmüssen.

Zum Abschluss noch einige persönliche Fragen:
11. Was machen Sie, wenn Sie einmal nicht Politik machen?
Ich laufe. Lange, regelmäßig, manchmal 15-20 Kilometer. Das ist nicht Fitnessfimmel, das ist Meditation. Zeit, wo der Kopf arbeiten kann, ohne dass jemand spricht. Und natürlich mit den Kindern sein. Die sind für mich der Anker. Wenn Politik nicht mehr um echte Lebensqualität für echte Menschen geht, dann mache ich etwas falsch.

12. Welches Buch, welcher Podcast oder welche Zeitung hat Sie zuletzt besonders beeindruckt?
Ich lese gern Krimis, bin großer Fan von Jussi Adler-Olsen und die Carl Mörk Reihe. Im Bereich der Podcast höre ich gern „Lage der Nation“.

13. Worauf sind Sie außerhalb der Politik besonders stolz?
Auf meine zwei Kinder, das spricht für sich.

14. Kaffee oder Tee? Frühaufsteher oder Nachteule?
Kaffee, schwarz, keine Diskussion. Eher Frühaufsteher aber an freien Tagen bleib ich auch gern mal liegen.

Timm Haußen
Foto: SPD
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Grafik: KI-generiert
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Grafik: Wahlkreis 5
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